Ein wenig Unflat und ein bisschen Gift
Die so genannten Menschen sind fast durchgängig nichts anderes als Wassersuppen mit etwas Arsenik.
Arthur Schopenhauer war nicht gerade zimperlich, wenn es darum ging, sich abfällig über dieses oder jenen zu äußern: Philosophenkollegen, Tierquäler, den kategorischen Imperativ, Protestanten, Frauen und die so genannte Menschen überhaupt. Die schönsten Beschimpfungen, alphabetisch sortiert, finden sich in einem Büchlein aus der Beck’schen Reihe, herausgegeben von Franco Volpi.
Hier nur ein paar Beispiele von Schopenhauers fieser Polemik und seiner „Kunst zu beleidigen“:
Touristen: Sie schreiben an sehenswerten Orten, die sie besuchen, ihren Namen hin, um auf den Ort zu wirken, da er nicht auf sie wirkte.
Leibniz: Glaubt ihr etwa, mit Leibniz, dass die wirkliche Welt die beste aller möglichen sei? Ich kenne kaum die wirkliche Welt und habe nicht die Ehre, die möglichen zu kennen.
Professoren: Im Ganzen genommen, ist die Stallfütterung der Professuren am geeignetsten für die Wiederkäuer. Hingegen die, welche aus den Händen der Natur die eigene Beute empfangen, befinden sich besser im Freien.
Lärm: Der Lärm ist die impertinenteste aller Unterbrechungen, da er sogar unsere eigenen Gedanken unterbricht, ja, zerbricht. Wo jedoch nichts zu unterbrechen ist, da wird er freilich nicht sonderlich empfunden werden.
Andere Leute: Der große Haufe hat Augen und Ohren, aber nicht viel mehr, zumal blutwenig Urteilskraft und selbst wenig Gedächtnis.
Pfaffen: Wahrhaft eine missliche Lage ist die unsere! Eine Spanne Zeit zu leben, voller Mühe, Not, Angst und Schmerz,ohne im mindestens zu wissen,, woher, wohin und wozu, und dabei nun doch die Pfaffen aller Farben, mit ihren respektiven Offenbarungen über die Sache, nebst Drohungen gegen Ungläubige.
Arthur Schopenhauer: Die Kunst zu beleidigen. Beck’sche Reihe. 130 Seiten, 7,90 Euro
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