"Die Konferenz hat sich überlegt..."
"Die Konferenz hat sich überlegt,…" ist so ein Satzanfang, den Journalisten lieben. Die Konferenz ist ein anonymes Wesen, in dem einige Häuptlinge und viele Indianer sitzen und sich überlegen, was man mit dem Tag so anfangen könnte. Welches Thema ist für den Leser (noch so ein anonymes Wesen) interessant, wie setzt man es um und wer schreibt es. Es werden also Arbeitsaufträge formuliert. Auch für die, die nicht Teil der Konferenz sind. Und weil alles ja die Konferenz entschieden hat, weiß man am Ende auch nie, wer den ganzen Unsinn, der mittels Protokoll auf dem Schreibtisch landet, so verzapft hat. Prima!
In diesem Fall hat sich die Konferenz also überlegt, es wäre toll, etwas zur Pressekonferenz von Angela Merkel zu schreiben. Natürlich ist völlig uninteressant, was Merkel so sagt. "Dieses ganze politische Blabla haben wir doch schon 1000 Mal gehört", ist so ein Satz, der gerne in der Konferenz fällt. Die Konferenz mag es gerne anders. Pfiffig soll es sein und mit einem anderen Dreh, wobei es einem auch gerne mal die Augen verdreht, wenn man so hört, was die Konferenz so für Drehs erdenkt.
Ist Angela müde?
"Man könnte doch mal schreiben, wie Frau Merkel so aussieht. Wie gibt sie sich? Ist sie müde nach dem ganzen Streit in der Koalition und den Abgängen mehrerer Ministerpräsidenten?", sollte so ein Dreh über die Pressekonferenz von Angela Merkel sein. Nur: Ich kenne Frau Merkel nicht. Ich weiß weder wie Angie aussieht, wenn sie wach ist, noch wie sie aussieht, wenn sie müde ist. Ehrlich gesagt will ich das so én Detail auch gar nicht wissen.
Ich würde von mir behaupten, dass ich ein Mensch bin, mit dem man Spaß haben kann. Bei Angie bin ich mir da nicht so sicher. Um die Häuser ziehen und eine kesse Sohle aufs Parkett legen. In der Disco auf der Box tanzen. Oder in der Karaokebar im Duett "I Got You Babe" singen. Ich glaube, das kann man mit Angie alles vergessen. Hier und da mal ein "Großer Gott wir loben Dich" ist bei Angie schon ein Zeichen eines emotionalen Ausbruchs. Und zwischendurch gibt es Vorträge zur Hirnforschung. Beides auch nicht schlecht, aber die Party rockt so sicher nicht.
Private Planwirtschaft
Mal ganz abgesehen davon. Sieht Angie überhaupt mal anders aus, als sie aussehen möchte? Die Frau ist ja ihre ganz private Planwirtschaft. Zufälle gibt es nicht. Schminke etwa tut Wunder auch gegen Müdigkeit, wie man leicht erahnen kann, wenn man mal den ein oder anderen Fernsehpromi in natura gesehen hat. "Sie sehen sich gar nicht ähnlich", ist mir mal bei einer Moderatorin rausgeplatzt, die das wenig schmeichelhaft fand.
Und überhaupt müde. Man munkelt ja, Helmut Kohl habe sich früher nach nächtlichen Sitzungen extra schwarze Ringe unter die Augen schminken lassen. Die Botschaft ans Volk sollte lauten: "Dieser Mann hat bis zur Erschöpfung alles rausgeholt, was für Deutschland rauszuholen war." Nebenbei wurden dann meistens irgendwelche Steuern erhöht und Kohl, der alte Gothic aus Oggersheim, hat sich eins ins Fäustchen gelacht. So machen Make-Up-Artists Politik!
Beobachtung vom Tage
Um nun also mal eine aktuelle Beobachtung vom Tage einfließen zu lassen: Angie hatte keine Augenringe, jedenfalls keine größeren oder dickeren als ohnehin. Steuererhöhungen dürfen wir demnach also zunächst ausschließen. Und sonst? Angie lacht, Angie macht ernste Gesichter, Angie findet ihre Regierung prima und Streit für "normale Debatten", wobei natürlich am "Umgangston" ein wenig gearbeitet werden müsse. Die Konferenz hat eben manchmal doch recht. Das politische Blabla hat man schon 1000 Mal gehört. Und wie Angie so aussieht und vor allem, was sie im Urlaub macht, erfahren sie in der "Bunten".
Hier übrigens das Ergebnis der Konferenz-Überlegung.
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