Nachlese: Barcamp Kirche 2.0

Am Sonntagabend ging in Frankfurt am Main die erste Unkonferenz zum Themenspektrum Kirche im Web 2.0 zuende. Es waren in jeder Hinsicht zwei intensive Tage, die von allen Beteiligten als eine grosse Bereicherung empfunden wurden. Insgesamt konnten an beiden Tagen zwischen 45 und 65 Teilnehmer vermeldet werden, was schon für sich alleine betrachtet einen Erfolg darstellt. Denn schliesslich fand unser Barcamp ja an einem Feiertag (1. Mai) statt. Wäre die Veranstaltung an einem beliebigen anderen Wochenende gelaufen, wäre die Teilnehmerzahl vermutlich um ein Drittel höher gewesen.

Das moderne Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Bornheim war die ideale Location, erfüllte sie doch alle Erwartungen an Ausstattung und Ambiente. Das war auch notwendig, denn die technischen Ansprüche der Barcamper sollte man nicht unterschätzen. So hielt das hausinterne Wlan der intensiven Dauerbeanspruchung weitgehend stand. Lediglich bei den ein oder anderen Zugriffsspitzen wurde es gelegentlich etwas ruckelig. Doch das bewegte sich alles noch im "grünen Bereich".

In den vier Tagungsräumen, die bis auf den Turmsaal allesamt mit Beamern ausgestattet waren, fanden an beiden Tagen rund 30 Sessions zu den unterschiedlichsten Themen statt. Das Spektrum reichte von technischen Diskussionskreisen rund um Drupal, CMS-Systeme etc. über Fragen zur Nutzung von Social Media Plattformen (Facebook, Twitter & Co.) bis hin zu Vortragsreihen über kirchliche Öffentlichkeitsarbeit im Web 2.0, Online-Fundraising oder Theologische Argumente für Social Media. Eines von vielen Highlights war die Session von Andrea Mayer-Edoloeyi von der Katholischen Aktion Oberösterreich. Ihre Session mit dem Titel: "Kirche und Social Media: Best Practice & Strategien der Glaubenskommunikation. Beispiele aus Österreich" kam bei den Teilnehmern sehr gut an.

Nach einem spannenden ersten Tag kam auch das Feiern nicht zu kurz. In der vollausgestatteten Kellerbar des Gemeindehauses wurde die Nacht zum Tage gemacht. Alex Schnapper aus Tübingen sorgte mit seiner eigens zu diesem Zweck mitgebrachten Nebelkanone und einer Lichtanlage für die entsprechende Atmosphäre.  Das Musikangebot war so vielseitig, wie die Partygäste selbst, denn jeder konnte im Vorfeld bereits einen 30-minütigen OpenDJ-Slot reservieren und mitgebrachte MP3's oder CD's spielen. So fand der Geist des Barcamps - keine Zuschauer, nur Teilnehmer - auch in der Abendgestaltung seine Entsprechung.

Der Barcamp-Sonntag startete mit einer gemeinsamen Open-Air-Morgenandacht neben dem Gemeindehaus. Und dann gab es am Nachmittag gleich einen weiteren Höhepunkt. Da wurde nämlich der Offene Bibel e.V. gegründet und der Vorstand gewählt. Das alles geschah in nur zwei Sessionslots á 45 Minuten. Unter den interessierten Barcamp-Teilnehmern fanden sich dann auch gleich neue Mitstreiter für den Verein. Eine echte Punktlandung, denn zu einer Vereinsgründung sind ja stets sieben Gründungsmitglieder erforderlich.

Gegen 16:30 Uhr endete die zweitägige Unkonferenz und viele sichtlich erschöpfte aber gleichzeitig zufriedene Teilnehmer zogen von dannen. Doch nach dem Barcamp ist bekanntlich vor dem Barcamp. In 2011 soll es weitergehen. Wieder in Frankfurt, wieder in derselben Gemeinde. Ein genauer Termin wird noch gesucht und wird frühzeitig angekündigt.

Fotos und Kommentare im Barcamp-Kreis

Das Twitterjournal zum #kir20bc

 

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