Ein Haus bauen
Von Robert Gegner-Kiene, Projektmanager evangelisch.de
Am Ende sieht es immer ganz leicht und selbstverständlich aus. Wenn eine große Webseite erst einmal läuft, kann sich keiner mehr vorstellen, wie viel suchen und tasten, wie viel Arbeit so vieler verschiedener Menschen dafür nötig gewesen ist.
Mit dem Start von evangelisch.de ist fast ein Jahreszyklus vollendet. Am Anfang, als noch niemand ein klares Bild von dieser Webseite hatte, wurden die Tage gerade erkennbar kürzer. Das Fundament für das Portal wurde in düsteren Wintermonaten gelegt, in meiner Erinnerung ist dies mit immer brennenden Leuchtstoffröhren und rauschenden Heizkörpern verknüpft.
Mitten im Winter fand sich auch nach und nach das Team zusammen, das die große Idee in die Wirklichkeit umsetzen sollte. Gemeinsam sind wir kraftvoll in den Frühling gestartet, haben in großen Schritten die Mauern hochgezogen und das Dach aufgesetzt.
Dass der Teufel im Detail steckt, haben wir zum Glück erst in den gleißenden Sommermonaten erfahren. Wen kümmert das, solange draußen die Sonne scheint und die Natur vor Kraft strotzt wie ein Sinnbild des Gottvertrauens, das man für große Aufgaben braucht?
Nun werden die Tage wieder kürzer. Mit einigem Erstaunen laufen wir durch die Räume des Hauses, das wir entworfen und gebaut haben. Es ist ein gutes Gefühl – auf wunderbare Weise schließt sich der Kreis.
Viele Menschen ziehen nun in das neue Haus ein. Der kalte Geruch frisch gemauerter Wände wird schnell verflogen sein. Wer wird sich wie einrichten? Wo wird gestritten und gelacht werden? Wo werden beschauliche Ecken entstehen?
All das bestimmen ab jetzt die Nutzer, es ist ihr Haus. Sie müssen und werden es – gemeinsam mit der Redaktion – immer neu mit Leben erfüllen.
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