Eigene Bundestagswahl für alle unter 18
Neun Tage vor der Bundestagswahl 2009 öffnen am 18. September die Wahllokale der Jugendwahlinitiative U18 ihre Türen. Wie bei der offiziellen Bundestagswahl können Kinder und Jugendkliche unter 18 Jahren auf einem Wahlschein ankreuzen, welcher Partei sie ihre Stimme geben. Nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr beginnt die öffentliche Auszählung der Stimmen. Die Ergebnisse werden der U18-Wahlleitung übermittelt und gegen 22 Uhr das Endergebnis veröffentlicht. Erste Hochrechnung werden schon früher auf www.u18.org veröffentlicht.
Das Projekt gibt es bereits seit 13 Jahren und wird unter anderem vom Deutschen Bundesjugendring, dem Deutschen Kinderhilfswerk und der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. organisiert. Die Idee zu U18 entstand 1996 in einem Jugendklub in Berlin Mitte und wurde seitdem fünf Mal durchgeführt. Aus der ursprünglich regionalen Initiative ist inzwischen die größte politische Bildungskampagne für Menschen unter 18 in Deutschland geworden.
Der Wahltag am 18. September ist zwar der Höhepunkt der Initiative, im Mittelpunkt steht jedoch eine langfristige, inhaltliche Auseinandersetzung mit Politik und Demokratie. Dies geschieht in Diskussionsgruppen, Workshops und Projekten auf unterschiedliche Weise:
In Steglitz-Zehlendorf gibt es beispielsweise das „Mobile Wohnzimmer“, das durch den Berliner Südwesten rollt und eine mobile Politikersprechstunde anbietet. Dort können Kinder und Jugendliche in einem umgebauten Feuerwehrauto mit den Direktkandidaten des Wahlkreises diskutieren.
Bei der U18-Bundestagswahl 2005 gaben 50.000 junge Menschen ihre Stimme ab. Die Erwartungen an die Wahlbeteilung in diesem Jahr sind hoch: Schätzungen gehen von 200.000 bis 500.000 Stimmabgaben aus.
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