You know: I am bad
Von Bernd Tiggemann - Das, was viele schon lange Zeit geahnt haben, ist jetzt wieder in aller Munde: Da, wo "Jackson" draufsteht, muss nicht zwingend Jackson drin sein. Michael Jackson sei in keinem Fall der leibliche Vater der drei Kinder Prince, Paris und Blanket, die heute zwölf, elf und sieben Jahre alt sind, meldete das US-Promi-Magazin tmz.com.
Und die "New York Post" titelte wenig geschmackvoll neben einem Foto, das zwei der drei Kinder zeigt: "Who´s your Daddy?" (Wer ist euer Vater?). Eine Frage, die inzwischen um die ganze Welt geht und durch diverse Spekulationen großer Internetplattformen angeheizt wird.
Black or white?
Das Pikante: Ausgerechnet die Frage, die Jacko 1991 musikalisch aufgriff, ist ihm mit Blick auf seine mögliche Vaterschaft zum Verhängnis geworden: "Black or white?". Denn seine vermeintlichen Kinder sind allesamt weiß. Ein Farbton, den Michael Jacksons Haut erst nach diversen chirurgischen Eingriffen angenommen hat.
Skandal #1: Jacko ließ Samen spenden
Es gilt inzwischen als sicher, dass sich der "King of Pop" von der Samenbank seines Vertrauens Hilfe und Unterstützung geholt hat. Entweder weil er es so wollte oder weil er selbst nicht konnte. Das bestätigt zumindest Debbie Rowe, Jacksons zweite Ehefrau. Er habe den Spender persönlich ausgesucht. Handverlesen sozusagen, damit dieser - handgeschüttelt - Jacko zum Nachwuchs verhelfen konnte. Als "King of Popp" wird der Ausnahme-Musiker demnach garantiert nicht in die Geschichtsbücher eingehen. Dann schon eher sein Hautarzt Dr. Arnold Klein, wenn man den Gerüchten um seine mögliche Vaterschaft Glauben schenken darf.
Skandal #2: Jacko rekrutierte Leihmutter
Bleibt die Frage nach den Müttern: Die ist zumindest mit Blick auf das Jüngste der drei Kinder leicht zu beantworten: Jackson verpflichtete eine Leihmutter. Dieser "Gebärmaschine" wurde eine fremde Eizelle eingepflanzt, die zuvor mit fremdem Sperma befruchtet worden war. Doch anders als in der Mathematik, wo Minus und Minus Plus ergibt, wird aus Nicht-Jackson plus Nicht-Jackson nicht automatisch Jackson, auch wenn er solches immer wieder betont hat. Gleiches gilt für die beiden älteren Kinder.
Skandal #3: Debbie Rowe ist nicht die leibliche Mutter
Wie tmz.com berichtet, soll auch die Mutter von Prince und Paris, Jacksons Ex-Frau Debbie Rowe, nicht die leibliche Mutter sein. Sie habe eine fremde befruchtete Eizelle ausgetragen.
Fazit: Die Eizellen stammen nicht von den Frauen, die die Kinder ausgetragen haben. Die Samenzellen stammen nicht von Michael Jackson. Folglich sind Jacksons Kinder nicht Jacksons Kinder, vorausgesetzt die Spekulationen des Online-Boulevard-Magazins bestätigen sich.
Skandal #4: Jackson hat die Kinder nicht adoptiert
Umso erstaunlicher, dass Michael Jackson die Kinder, die nicht seine Kinder sind, nicht einmal adoptiert hat. Sie sind also auch juristisch gesehen nicht seine Kinder und schweben dadurch formal-rechtlich im luftleeren Raum. Und das ist in der Tat ein Skandal. Besonders für die Kinder selbst.
Neben dem ganzen Lug und Trug, der sich hier andeutet, frage ich mich: darf man das eigentlich? Darf man Gott, dem Schöpfer, etwa durch künstliche Befruchtung ins Handwerk pfuschen? Darf man sich - mir nichts dir nichts - Leihmütter mieten? Kurz: Darf der Mensch alles machen, was technisch möglich ist? Und noch kürzer: Darf man sich alles kaufen?
Um mit der letzten Frage anzufangen: Nein, man darf sich nicht alles kaufen, was angeboten wird. Bei Kinder-Pornos, die im Netz kursieren, ist das eindeutig und gesellschaftlich etabliert. Bei Leihmüttern auch - zumindest in Deutschland. Aber was ist mit fremden Eizellen und Sperma von der Samenbank?
Auswahl darf nicht sein
Das wird spätestens dann kritisch, wenn vor dem Kauf ausgewählt wird, so wie es der König der Popmusik gemacht haben soll. Es kann und darf nicht sein, dass beipsielsweise der Wunsch nach einem hellhäutigen und blonden Kind über dem Kinderwunsch an sich steht. Wer eine solche Vorauswahl trifft und alles, was ihm nicht in den Kram passt, von vorn herein aussortiert, der stellt sich in der Tat an die Stelle des Schöpfers.
Die Konsequenz: man darf nicht alles machen, was man kann. Wie sagt schon der Volksmund: "Tu, was du nicht lassen kannst. Lass, was du nicht tun kannst!" Zumindest für die Kinder wäre es besser gewesen, Jackson hätte sich an diese simple Regel gehalten.
Die Kinder tun mir jedenfalls am meisten leid. Denn sie wissen im Moment so gut wie gar nichts. Sie wissen nicht, wer ihre leibliche Mama ist. Sie wissen nicht, wer ihr leiblicher Papa ist. Sie wissen nur, dass ihr sozialer Vater tot ist. Und sie wissen, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit kräftig verarscht worden sind. Das aber ist überhaupt nicht in Ordnung.
Wie sang es Jackson selbst vor 22 Jahren? "You know: I´m bad!" Jetzt wissen wir´s. Es könnte stimmen.
Über den Autor:
Pastor und Journalist, www-Junkie und Musiker (Gitarre, Bass, Trompete), Familienmensch und Skandinavien-Fan.
Nach dem Theologiestudium (Bielefeld und Bochum) bei der Evangelischen Wochenzeitung "Unsere Kirche" schreiben gelernt. Anschließend drei Jahre lang Öffentlichkeitsarbeit für Kirchens gemacht. Bis vor wenigen Wochen Pastor einer Landkirchengemeinde mit rund 5000 Gemeindegliedern in der Diaspora. Zurzeit für die Online-Redaktion der Evangelischen Kirche von Westfalen tätig.
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Kommentare
Unterschied zwischen Akzent und Apostroph
Das Apostroph, was in der Überschrift benutzt wurde ist in der Realität ein Akzent und hat an der Stelle nix zu suchen. Das echte Apostroph findet sich auf der rechten Seite der Tastatur direkt neben der großen Enter-Taste.
Die Hitze, die Hitze
Tut uns leid, das stimmt natürlich. Danke!
Schön, da habt ihr ja bald
Schön, da habt ihr ja bald Bild-Niveau erreicht. Skandale, Empörung und schon wieder dieses eklige "Es-kann-nicht-sein". Oder wolltet ihr nur ein paar MJ-Klicks abgreifen? Hauptsache, man kann man wieder kräftig rummeinen und sich moralisch überlegen sehen. Ich les dann woanders weiter.
You know I am bad
really bad , wie kann ein Pastor sich so soweit benehmen. MJ hat dies hier nicht verdient und der vorherige Kommentar war schon ganz richtig. Bildzeitungs Niveau . Ich kann mich zu den Glücklichen schätzen, ich habe Michael einmal kennengelernt und er war Alles, aber nicht bad. Sie sollten sich was schämen.