Dritter Tag in Bremen
Bin ich ein Pessimist oder ein Realist war die Frage, die ich mir am dritten Tag in Bremen gestellt habe...
Ein Pessimist ist ein aufgeklärter Optimist lautet ein Aphorismus, den ich vor einiger Zeit irgendwo gelesen habe. Klingt klug, ist es aber bei einigem Nachdenken irgendwie auch nicht. Ich kenne schließlich viele Optimisten, bei denen ich davon ausgehe, dass sie ziemlich aufgeklärt und manchmal auch abgeklärt sind.
Gestern hatte ich Frühschicht, was eigentlich nicht ganz so früh ist, gegen 9 Uhr war ich an unserem Stand beim Kirchentag. Dort besteht meine Aufgabe hauptsächlich darin, unsere "Rekord-Flyer" an Kirchentagsbesucher zu verteilen, zu erzählen, was wir mit evangelisch.de vorhaben und vor allem, die Bibel-Zusammenfassungen der Kirchentagsbesucher auf unserer Internetseite einzutragen. Sehr viel Arbeit, aber für meinen Geschmack nicht genug Arbeit, wobei ich wieder beim Thema Optimismus/Pessimismus wäre.
"Wir schaffen es nicht", habe ich bei einem Kaffee zu Melanie gesagt. "Doch", war ihre Antwort. Bin ich nun Pessimist, oder Realist? Und Melanie einfach nur Optimist? Schließlich hatten wir zum Zeitpunkt unseres Dialoges erst (oder schon?) 20 Prozent der Bibel zusammengefasst.
Die Antwort auf die Frage, ob jemand Optimist, Realist oder Pessimist ist, hängt stark vom Standpunkt ab. Aus Sicht eines Pessimisten, der stets das Scheitern erwartet, ist der Realist, der etwas mehr erhofft, vielleicht schon ein Optimist. Umgekehrt erscheint ein Realist aus der Sicht des Optimisten, der enthusiastisch Großes erwartet, bereits als Pessimist. Und schlussendlich können Pessismist und Optimist auch als Realisten dastehen, wenn am Ende das jeweils von ihnen erwartete Ergebnis real geworden ist. Als Realist erweist sich stets der mit den besten prophetischen Gaben. Der, der das Ergebnis am besten vorhergesagt hat. Optimist und Pessimist sind demnach Menschen, die sich geirrt haben. Nur, dass der Optimist einen kleinen Startvorteil hat. Weil er an den Erfolg glaubt, arbeitet er daran und seine Prophezeihung erfüllt sich von selbst.
Ich glaube immer noch, dass Melanie eine Optimistin ist, aber ich wünsche mir sehr, dass sie auch Realistin ist. Und derweil begnüge ich mich gern mit der Rolle des Pessimisten, der hofft, dass er sich irrt, der doch kein Realist ist und alles daran setzt, sich selbst zu widerlegen. In diesem Sinne habe ich weiter Bibelstellen eingegeben. 40 Prozent haben wir nun schon geschafft! Und geholfen hat uns auch Bischof Huber, der uns am Samstag an unserem Stand besucht hat. Nettes Foto mit Melanie, oder?
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Bibelclip: Es ist gut zu fasten!

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