Wie heißt das?
Neulich in einem Bewerbergespräch im Gemeinschaftswerk. Ich höre meine Kollegin fragen: „Was halten Sie denn von Twitter?“ Neugierig nehme ich die Antwort des Probanden wahr. Scheint ganz richtig gewesen zu sein, meine Kollegin nickt jedenfalls mehrmals zustimmend. Als der Bewerber sich verabschiedet hat, stelle ich meine Frage – etwas verschämt: „Wie heißt das?“ Meine Kollegin ist nett zu mir und erklärt geduldig.
Jetzt frage ich Sie: Hätten Sie es gewusst? Wo anders als in Wikipedia lesen wir nach: „Twitter ist ein soziales Netzwerk und ein Mikro-Blogging-Dienst. Angemeldete Benutzer können Textnachrichten mit maximal 140 Zeichen senden... Die Nachrichten werden Updates oder Tweets genannt.“ Ich spare mir die Erklärung für Blog oder Update, brüste mich auch nicht damit, dass ich inzwischen weiß, was RSS-Feeds und Bookmarks sind, sage aber so viel: Ich bin froh, dass wir im GEP für den Aufbau des Internetportals „evangelisch.de“ Expertinnen und Experten angeworben haben, die ihr Handwerk verstehen. Mein in 25 Berufsjahren erworbenes journalistisches Handwerk reicht jedenfalls nicht mehr aus.
Ist das beklagenswert? Ach, nein. Letztlich war es im Laufe der Jahrhunderte doch egal, wie und auf welche Weise die Botschaft Jesu Christi den Menschen nahegebracht wird. Jesus Christus selbst hat sich auf einen Berg gestellt, er war es, der uns auffordert: „Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht. Und was euch gesagt wird in das Ohr, das predigt auf den Dächern“ (Matthäus 10,27). Ob von Dächern aus, per Brief oder Buch, in Zeitungen oder Zeitschriften, ob per Radio oder Fernsehen – wichtig ist, dass wir die Menschen erreichen. Und wenn per Twitter, dann eben per Twitter.
Nach Beschluss des Rates der EKD bauen wir im GEP in Abstimmung mit vielen anderen Kräften in der evangelischen Kirche und der evangelischen Publizistik gerade „evangelisch.de“ auf. Wir sind froh und ein wenig stolz darauf, dass uns diese wichtige Aufgabe anvertraut wurde. Und, na klar: Inzwischen weiß auch der Direktor des Hauses, was das eigentlich ist, dieses „Twittern“.
Ihr
Jörg Bollmann
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