Die evangelische Perspektive

Es war eine übermenschliche Leistung, die der Mann im Cockpit da vollbracht hat. Mit „Wunder von Manhattan“ überschrieben viele Zeitungen ihre Berichterstattung über die geglückte Notlandung auf dem Hudson, die vielen Menschen das Leben rettete. Wunder! War es ein Wunder? Und wenn es eins war, warum sagen es so viele Menschen, ohne daran zu glauben? Diese und viele weitere Fragen wird evangelisch.de stellen und so die evangelische Perspektive auf Deutschland und die Welt einnehmen. Darauf freue ich mich ebenso wie auf die Antworten auf solche Fragen wie auch auf die Diskussionen, die es dazu geben wird.

Frank Schirrmacher, einer der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), hat die Leistung des Piloten in New York ebenfalls so beeindruckt, dass er sie an den Anfang seiner Ansprache gestellt hat im Auftaktgottesdienst zur diesjährigen Fastenaktion „7 Wochen Ohne“. Die Aktion steht dieses Jahr unter dem Motto „Sich entscheiden!“. Der Pilot, so führte Schirrmacher aus, habe sich entschieden, gegen jede fliegerische Vernunft, innerhalb von Sekunden. Ist ein Mensch, ganz allein auf sich gestellt, dazu fähig? Darüber im Rahmen einer evangelischen Fastenaktion nachzudenken, halte ich für spannend. Und denke dabei auch an den alten Schlager von Katja Ebstein aus den 70er Jahren: „Wunder gibt es immer wieder“. Und weiter im Text: „wenn sie dir begegnen, musst du sie auch sehen.“ Haben wir sie gesehen? Oder sagen wir es unbedacht: Welch ein Wunder!

Worte wie Wunder, Glaube, Liebe, Hoffnung gehören zu unserem alltäglichen Sprachgebrauch. Zentrale Begriffe christlichen Glaubens. Wir nehmen, oft ohne es zu merken, evangelische Sichtweisen bei der Betrachtung von Ereignissen in Deutschland und der Welt ein. Es gehört zur Aufgabe der evangelischen Publizistik, diese Alltagswelt einzuordnen, aufmerksam zu machen auf Ursprünge und Bedeutungszusammenhänge. Vergebung ist auch so ein Wort. Können wir dem Täter von Winnenden vergeben? Werden wir den Opfern und den Angehörigen der Opfer gerecht, wenn wir das tun? Mir ist, als ich über diese schwere Frage nachgedacht habe, eine Geschichte eingefallen, die das evangelische Magazin chrismon unter dem Titel „Er hat auf sie geschossen“ veröffentlicht hat. Ein Mann schießt auf seine Frau, verletzt sie lebensgefährlich, sie bleibt gelähmt – und sie vergibt ihm. Nur möglich mithilfe ihres christlichen Glaubens, sagt die Frau zu chrismon.
Evangelische Publizisten finden solche Geschichten. Ich freue mich auch auf Fragen und Antworten zum Thema Vergebung auf evangelisch.de. Gelegenheit zu dieser Diskussion werden die Macher des Portals – leider – häufig genug bekommen.

Und was ist mit Bewahrung der Schöpfung oder Nächstenliebe? Begriffe, die aus der Mode gekommen sein? Beileibe nicht! Wir nennen es nur anders. Klimawandel, Umweltschutz oder Fürsorge, Hilfe, Katastrophenschutz sind Schlagworte, unter denen wir die Diskussion zusammenfassen. Welche Geschichten wird evangelisch.de erzählen, wenn es um CO2-Ausstoß, Erderwärmung oder Zivilcourage geht? Ich finde, wir dürfen gespannt sein. Ich jedenfalls bin es – auf evangelisch.de und die Herausforderung der evangelischen Perspektive, jeden Tag.
 

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Kommentare

Verfasst von Eugen Roth am 14. Juli 2009 - 11:09.

Vergebung

Von Eugen Roth Vergeben kann man nur, wenn man auch lieben kann. "Liebe deinen...

Von Eugen Roth Vergeben kann man nur, wenn man auch lieben kann. "Liebe deinen nächsten wie dich selbst"[JESUS] Radikal, aber der einzigste Weg, um sich in andere hineinzuversetzen. Nur die Liebe kann den Schmerz überwinden, sie verzeiht uns alles. Das Tempelbeispiel sagt volgendes aus: Jesus liebt seinen Vater und räumt auf, weil man nur in der Stille, Meditieren und Beten kann. Bei Jahrmarktgeschrei und Mammonjagt ist kein Platz für Gott. "Liebe lebt von Taten, nicht von Worten." [Eugen] Fakten schaffen,seinen eigenen Standpunkt vertreten und mit Liebe auf die Menschen eingehen. Dies war zur damiligen Zeit zu radikal, weil man nur die Macht/Gewalt der Römer kannte...

Verfasst von links for 2009-09-06 « Nur mein Standpunkt am 6. September 2009 - 13:03.

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[...] Die evangelische Perspektive | evangelisch.de – Blog Wer etwas mehr...
[...] Die evangelische Perspektive | evangelisch.de – Blog Wer etwas mehr über das Portal an sich erfahren möchte ist natürlich im Blog genau richtig – und der GEP-Beitrag erklärt was das Portal eigentlich für Ziele hat. (tags: religion)   [...]
Verfasst von Totti am 23. April 2009 - 11:04.

...Vergebung...

Die zentrale Frage, die sich gesellschaftlich stellt, ist doch die: Wie viel...

Die zentrale Frage, die sich gesellschaftlich stellt, ist doch die: Wie viel Vergebung kann der Einzelne, dem Schmerz widerfahren ist, geben bzw. verkraften...was bedeutet Vergebung eigentlich überhaupt konkret... ? Wann ist die Grenze es Unerträglichen erreicht....? Fragen über Fragen....ist nicht auch Jesus der Hut irgendwann mal hoch gegangen, als er versuchte, den heiligen Tempel Salomons von den raffgierigen Priestern und Händlern zu säubern...wie viel Vergebung lagen in dieser Geste....? Gruß Frank (alias Totti)

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