Laboro, ergo sum

Wir sind getrieben von Arbeit. Wie Herdentiere werden wir von der Arbeit angetrieben, tagein, tagaus. Wir haben uns von der Arbeit unterjochen lassen, hetzen von Termin zu Termin, tagein, tagaus.

Wir sind Getriebene, Gejagte, Wir leben in einer Zeit, wo Leben und Arbeit nur noch Synonyme sind und wir unter permanenten Zeitdruck stehen: Schnell noch diese Aufgabe erledigen, dann jene E-Mail beantworten und danach einen wichtigen Termin wahrnehmen.

Stopp.

Kurz Luft holen. Anhalten und tief durchatmen. Zur Ruhe kommen. Sich besinnen. Nachdenken. Hinterfragen. „Kann das alles sein?“ „Ist es das, wofür ich lebe?“ „Ist es das, was mich glücklich macht?“ Fragen, die letztendlich auf eine Frage abzielen: „Warum lebe ich eigentlich?“ Eine Frage, die schon viele Menschen vor uns immer wieder geplagt hat. Wie auch immer die Antwort lauten mag, eines ist sicher: „Ich lebe ganz bestimmt nicht für die Arbeit.“

Arbeit ist ein Teil unseres Lebens, sie gehört nun mal dazu. Ohne Arbeit geht es nicht, das sagt schon die Bibel. Weit über 200 Mal kommt das Wort „Arbeit“ darin vor, so auch in den Zehn Geboten. „Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun“, heißt es da.

Was wir aber manchmal vergessen, ist der nächste Vers: „Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun.“ Ein erfrischender Vers, findet ihr nicht auch? Endlich mal jemand, der mir sagt: Tu nichts – wenigstens einen Tag pro Woche. Endlich mal jemand, der auf die Bremse tritt und eine Maßnahme gegen diesen schier grenzenlosen Arbeitswahn ergreift.

Halt.

Ergreifen wir diese Maßnahme auch? Gott kann uns nicht dazu zwingen. Und krank werden, ist auf Dauer auch keine attraktive Lösung. Doch den uns gegebenen Verstand können, dürfen und sollen wir bewusst gebrauchen und die Grenzen annehmen. Grenzen, die gut für uns sind. Die wichtig für uns sind. Und die vollkommen richtig sind.

Denn Arbeit kann und darf nicht der Mittelpunkt unseres Lebens sein. Auch wenn sie oft am meisten Zeit einnimmt, sind die schönsten Momente unseres Lebens andere. Menschen und Beziehungen, Freunde und Familie – das sind die Momente, an die wir uns gerne zurückerinnern. Das sind die Momente, die unser Leben bereichern und unser Leben erst wirklich lebenswert machen. Und das sind die Momente, in denen wir wirklich leben.

Es geht nicht darum zu wissen, zu können, zu machen. Vielmehr geht es darum zu erfahren, zu erleben, zu leben. Arbeit definiert sich durch ersteres, Beziehungen durch letzteres. Wie definierst du Leben? Was macht dein Leben lebenswert? An welche Momente erinnerst du dich gerne zurück?

Pause.

Gönn dir doch mal eine Pause. Komm zur Ruhe. Denke nach. Und hinterfrage dein Leben. Bist du glücklich? Bist du zufrieden? Ist es das, was du willst? Oder ist da noch mehr?

Ein Freund von mir sagte mir einmal: „Zeit haben wir alle – wir müssen sie uns nur nehmen.“ In diesem Sinne: Nimm dir die Zeit. Und sag einmal danke dem, der sie dir gegeben hat. Denn du bist nicht erlaubt und geduldet, sondern erwünscht und gewollt.

Zurücklassen möchte ich euch mit einer Frage, die mir mein Freund gestellt hat: Lebst du eigentlich, um zu arbeiten oder arbeitest du, um zu leben? Was ist deine Priorität? 

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Kommentare

Verfasst von Gast am 16. März 2010 - 23:32.
Kommentar auf: Laboro, ergo sum

Toller Artikel! bleibt nur

Toller Artikel! bleibt nur noch, dass ich mir auch die Zeit nehme um ihn sacken...

Toller Artikel! bleibt nur noch, dass ich mir auch die Zeit nehme um ihn sacken zu lassen ;)

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