Für angehende Verrückte ...
Ich bin überzeugt, dass der Teufel, wenn er uns nicht faul machen kann, uns hin und wieder doch so beschäftigt, dass das Beste dem Guten zum Opfer fällt.
Autor unbekannt
Ich habe gemeint, dass jede Einladung als Redner vom Herrn geleitet sei, aber dann entdeckte ich, dass ich manchmal an zwei verschiedenen Orten zu selben Zeit eingeladen wurde. Dabei wusste ich, dass der Herr wusste, dass ich in der Einzahl war und nicht in der Mehrzahl. Und von da an begann ich zu begreifen, dass mir ein Verstand gegeben war, den ich unter der Leitung des Geistes gebrauchen sollte.
Wir zeigen Gottes Führung sowohl in dem, was wir ablehnen, als auch in dem, was wir akzeptieren. Der Herr ist nicht interessiert an bloßer Quantität. Wir können oft mehr tun, indem wir weniger tun. Es ist kein Zeichen von Geistlichkeit, ständig hektisch herumzurennen, mit heraushängender Zunge.
Diese lieben Seelen, die damit argumentieren, dass der Teufel niemals Urlaub macht, sollten sich daran erinnern, dass wir den Teufel nicht nachahmen sollten. Wir folgen dem Herrn, der niemals in Eile war und der gesagt hat: «Kommt an eine einsame Stätte und ruhet ein wenig.»
Es ist höchste Zeit, dass wir begreifen, dass wir dem Geist der Zeit in dieser nervenaufreibenden, verrückt machenden Hektik erlaubt haben, uns die Andacht, die Ruhe, die passive Seite der christlichen Erfahrung zu rauben, ohne die wir doch gar nicht aktiv sein können zur Verherrlichung Gottes. Wir haben keinen Tiefgang mehr.
Wir sausen von einem Prediger zum anderen, von einer Veranstaltung zur nächsten mit Notizblock und Stift, das Wort in unseren Notizbüchern festhaltend, statt in unseren Herzen. Eine Menge unseres christlichen Lebens und Arbeitens ist unecht, oberflächlich und dünn. Pilze wachsen und nicht Eichen.
Ich habe in der Zwischenzeit gelernt, dass, wenn ich zu einer Veranstaltung rase, ein Stück Brot herunterschlinge, dann um 10 zur Gruppe X und um 11 Uhr zur Gruppe Y gehe, um dann benebelt und erschöpft zur Hauptveranstaltung einzutreffen, dass dann ein Teil der besten Ausrüstung eines Predigers ein gutes und gesundes «Nein» ist.
Christen führen oft ein zerstreutes Leben und verschwenden ihre Kraft mit einer Menge guter Dinge, so dass sie am Ende erschöpft sind und nichts wirklich zählt. Die Versuchung ist groß für einen engagierten Pastor, eine Gemeinde zu leiten, Außendienste zu übernehmen, ein Radioprogramm durchzuführen, eine Bibelschule anzufangen, eine Zeitschrift herauszugeben, Bücher zu schreiben und nebenbei noch ein paar andere Dinge zu tun, bis er schließlich im Krankenhaus landet. Ab und zu gibt es einen Herkules, der ein solches Pensum schafft, aber ist das der beste Weg? Die alten Heiligen haben einige Dinge gut gemacht – sie haben sich Zeit genommen, um still zu werden.
Heute wenden wir uns an sie, um Nahrung zu bekommen für unsere Seelen. Sie haben Sahne produziert und Sahne braucht Zeit, nach oben zu steigen. Wenn unser Leben und unser Dienst in der heutigen Zeit irgendetwas erreichen soll, dann müssen wir uns ernsthaft vornehmen, Zeit mit Gott zu verbringen. Es ist nicht leicht, einigen Leuten gefällt das nicht. Aber täten wir etwas anderes, würde es wiederum anderen nicht gefallen. Es macht also nichts.
Wir müssen ein Programm aufstellen, das unter allen Umständen die unwichtigen Dinge eliminiert, und das schließt eine Menge von Dingen ein, die einige liebe Seelen als wichtig bezeichnen.
Gib den ersten Dingen den ersten Platz und lass andere Dinge auf Platz zwei, egal, wie sehr sie auch behaupten, dass sie auf Platz eins gehören. Das ist der beste Weg, in den Himmel zu kommen, ohne einen Umweg über die Psychiatrie zu machen. Und du wirst leben, anstatt nur zu überleben. Und du wirst nicht nur deine Kleider behalten, sondern auch deine Zurechnungsfähigkeit.
Zuerst erschienen in ethos 01/2010: www.ethos.ch
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