„Wir brauchen eine neue Kultur des Dankens“

Beim vergangenen Willow Creek-Leitungskongress in Karlsruhe, über das ich bereits zweimal gebloggt habe, wurden viele wertvolle Vorträge gehalten. Meine Zusammenfassungen zweier weiterer Höhepunkte möchte ich euch am heutigen Samstag mitteilen. Ich hoffe, auch ihr könnt etwas davon mitnehmen:

Copyright © 2010 Marc Gilgen„Jeder Christ ist ein Mitarbeiter, jeder Christ ist ein Missionar.“ Dies sagte der ehemalige Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (FeG) Peter Strauch auf dem Willow Creek-Leitungskongress in Karlsruhe. Die ehrenamtliche Mitarbeit sei Strauch sehr wichtig, das habe auch die Willow Creek-Gemeinde in South Barrington/Chicago so besonders gemacht. Doch zu oft sei die Motivation der Mitarbeit „Pflichterfüllung, Selbstverständlichkeit, falsch verstandene Demut“.

Der freikirchliche Theologe betonte die Notwendigkeit des Lobes: „Bei uns wird leider viel zu wenig gelobt. Willow Creek legt dagegen sehr viel Wert auf ehrliches Loben und präzises Arbeiten, was ja gleichzeitig auch Wertschätzung bedeutet.“ Strauch wünschte sich auch für die deutschen Kirchengemeinden eine neue Kultur des Dankens und Lobens. Copyright © 2010 Marc GilgenDazu sei auch eine hohe Wertschätzung den Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erforderlich. Gemeinden sieht der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz als „Raum pulsierenden Lebens.“ Das bedeutet für Strauch: „ Leben teilen, Freude, Trauer, Ermutigen, Trösten und Ermahnen.“ Für ihn bestünden Gemeinden aus Menschen, die „auf das große ‚Ja‘ Gottes mit ihrem persönlichem ‚Ja‘ des Glaubens geantwortet haben.“

Peter Strauch ist davon überzeugt, dass liebevolle Beziehungen jeden Aspekt des Gemeindelebens durchziehen soll. Strauch weiter: „Wir erleben in unserer Gesellschaft derzeit eine beispiellose Suche nach Spiritualität. Aber suchen sie diese Spiritualität in den Kirchen? Warum nicht? Da stimmt doch was nicht.“ Es sei verrückt, so der ehemalige Präses, dass „wir als Kirchen alles Transzendente aus unserer Botschaft herausnehmen und nur über gesellschaftspolitische Themen reden“. Daher würden die Menschen bei der Esoterik suchen, weil die christlichen Gemeinden oft nichts im Angebot hätten. Strauch stellte den Kongressteilnehmern die Frage: „Warum denken die Leute bei der Suche nach Spiritualität eigentlich nicht an uns?“
 


Diese Frage möchte ich an uns weitergeben. Warum denken die Leute bei der Suche nach Spiritualität eigentlich nicht an uns? Was meint ihr?

Fotos: Copyright © 2010 Marc Gilgen

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