Willow Creek-Kongress: "Nicht nur die Probleme, sondern auch das Positive sehen"

Seit gestern bin ich in Karlsruhe für die Pressearbeit des überkonfessionellen Willow Creek-Leitungskongresses mitverantwortlich. Dort startete Willow Creek mit einer ruhigen Pressekonferenz in den Kongress. Der Vorsitzende von "Willow Creek Deutschland" Ulrich Eggers betonte dabei: "Wir wollen in den nächsten drei Tagen mit anderen teilen, was die Willow Creek-Gemeinden in den USA erfolgreich gemacht hat." Vom 28.-30. Januar werden bei der Veranstaltung 7.800 Teilnehmer in der dm-Arena in Karlsruhe erwartet. Der Kongress wird zudem live nach Winterthur (Schweiz) übertragen, zu dem sich weitere 500 Teilnehmer angemeldet haben.

"Willow Creek ist die Erfolgsgeschichte einer unabhängigen evangelischen Kirche", sagte Eggers. Willow Creek Geschäftsführer Karl-Heinz Zimmer verwies darauf, dass man sich bewusst für das Thema "Wachsen" entschieden habe. Grundlage dafür sei die "Reveal-Studie", für die zirka 250.000 Befragungen durchgeführt wurden. Sein Fazit:

"Die meisten Gemeindeglieder wünschen sich: 'Bitte fordert uns heraus. Wir wollen einen Schritt nach vorne gehen und geistlich wachsen.' Dabei erleben wir Wachstum quer durch alle Gemeinden. Kirche kann so an Einfluss und Relevanz gewinnen."

Der Kongress hat vier Schwerpunkte: 

  • Wachstum als Einzelner
  • Wachstum als Gemeinde
  • Wachstum als Leitungspersönlichkeit und 
  • Wachstum in der Liebe zu den Menschen

"Erfreulich sind die vielen Teilnehmergruppen aus den Gemeinden, die herausfinden wollen, wie sie als Gemeinde wachsen könnenn. Hier wollen wir ihnen Hilfestellung geben, um die Dinge anzupacken", so Zimmer. Das Konzept von Willow Creek dürfe aber nicht mißbraucht und unreflektiert übernommen werden. "Es geht darum zu kapieren und nur begrenzt darum zu kopieren", stellte Eggers klar.

Gary Schwammlein, Vorsitzender der Willow Creek Association, weitete den Blick auf die internationalen Verhältnisse. In den Willow Creek-Gemeinden habe es im vergangenen Jahr die größte Anzahl an Taufen und Gottesdienstbesuchern gegeben. Mittlerweile werde das Willow-Konzept in 57 Ländern angewendet. "Wir sollen uns nicht nur auf die Probleme konzentrieren, sondern auch das Positive sehen. Der Kongress soll aufrütteln."

Karl-Heinz Zimmer erklärte, dass "Kirche eine ausgeklügelte Gemeindearbeit beinhalten soll, die von der Gemeinde selbst kommt." Gemeinde solle sich nicht nur um die Seele, sondern auch um das Soziale kümmern. Wie die Verknüpfung von missionarischer Arbeit und diakonischem Handeln gelinge, sei keine Frage des Systems, sondern des Herzens.

Wie der Kongress selbst war, erfahrt ihr dann in den nächsten Tagen hier im AUGEN|blick-Blog. Derzeit ist hier echt viel los und ich habe alle Hände – im wahrsten Sinne des Wortes – voll zu tun. Für Emotionen bleibt da leider nicht viel Zeit. ;-)

Weiter zu Teil 2: Bill Hybels: "Fruchtbares Jahr für die Gemeinden erleben"

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