Ich habe keine Beziehung zu einem Verhältnis

 Morgen ist September. Gefühlt ist der September für mich immer schon der erste Herbstmonat. Frühling und Sommer waren dieses Jahr sehr ereignisreich. Dass einer meiner Filme auf DVD erschienen ist und ich einen Neunzigminüter gedreht habe, sind nur einige der spannenden Dinge. Also starte ich gespannt in den Herbst.

 

Im Würgegriff der Achtziger

Bis vor kurzem dachte ich noch, die große Retrowelle sei mittlerweile ein wenig abgeebbt und plätschert mit dem Rest der Post-Post-Post-Moderne so dahin. Aber der Sommer 2010 hat mich weitestgehend eines Besseren belehrt. Wir sind immer noch und unweigerlich gefangen in einer Achtziger-Jahre-Zeitschleife und werden vom Kulturbetrieb dort bis auf Weiteres fest gehalten. Die Musik-Sensation der Saison ist ein britisches Synthipop-Duo namens Hurts, das klingt und aussieht wie die unehelichen Söhne von ABC und Heaven 17.

"Ich will vor allem eines: leben" - Zum Tod von Christoph Schlingensief

Gestern bin ich 29 geworden. Ich habe die Bude voller Familie und bin heute den ganzen Tag durch Berlin gelatscht. Erst das ganz normale Sight-Seeing-Gedöns, Potsdamer Platz, Stelenfeld, Brandenburger Tor. Dann endlich etwas abseits vom üblichen Touri-Getummel in Kreuzberg auf der Bergmannstraße einen Gössi gegessen und die Sonne genossen.

Ein bedrückendes Gefühl, wenn die Zeit zu Ende geht. Ein Praktikumsbericht, Teil 2.

Von Julian Schwerdt. Ich bin nun ca. 2 ½ Wochen in Berlin, habe meinen Aufenthalt um ein paar Tage verlängert und möchte immer noch nicht nach Hause nach NRW, da Berlin einfach eine Stadt ist, die von Energie strotzt und diese Energie bereitwillig teilt. Auch wenn ich nach einem anstrengenden Drehtag in mein Bett gefallen bin, dachte ich mir, dass meine Batterie nicht umsonst entladen wurde. Meine Aufgaben waren zwar nicht besonders wichtig, da ich am Set als Praktikant gearbeitet habe, doch ich habe mich als Teil eines tollen Projektes gesehen.

Der verlorene Zuschauer

Wie „Lost“ & Co. das TV-Programm ad absurdum führen

Die fabelhafte Welt des Jean-Pierre Jeunet

Hach, wat schön. Im Kino gewesen, gelacht und gezittert, mitgelitten und geseufzt. Jean-Pierre Jeunet und seine Mitstreiter, allen voran sein Co-Autor Guillaume Laurant, der vor allem für die wunderbaren Dialoge verantwortlich zeichnet, haben es einmal mehr vollbracht. MICMACS – UNS GEHÖRT PARIS!, der neue Film vom Team hinter AMÉLIE, ist eine detailverliebte Kinofantasie, randvoll verrückter Einfälle und bizarrer Charaktere, immer leicht neben der Spur und unglaublich liebenswürdig.

Es wird gedreht! Teil 3: Die Bedenken auf halber Strecke

Wir haben nun so gut wie die Hälfte gedreht. Wenn ich das Drehbuch durchblätter, habe ich zu fast jeder zweiten Szene schon die genauen, nämlich gedrehten Bilder vorm geistigen Auge, bzw. auf dem Monitor des Schnittcomputers. Das ist ein tolles Gefühl, ein wahres Wunder: Der Film fängt an zu leben. Die Geschichte entfaltet ihre Besonderheiten, die im Buch angelegt waren, in einer sonderbaren Realität.

Christopher Nolans Anfänge: FOLLOWING

In einem Kinosommer voller Fortsetzungen und Remakes ragt INCEPTION, der neue Film von Christopher Nolan, wie ein einsamer Leuchtturm heraus: ein Originaldrehbuch, das den Zuschauer fordert mitzudenken, dazu spektakuläre, nie zuvor gesehene Bilder. Publikum und Kritiker in den USA sind bereits nahezu ausnahmslos begeistert, zum Deutschlandstart ziehen hierzulande alle nach. Die Zuschauer der Sneak-Preview in Münster etwa haben die zweitbeste Note aller fast 700 bisher gelaufenen Previews vergeben.

3 Wochen Knast auf Probe. Ein Praktikumsbericht

Mein Name ist Julian Schwerdt, ich bin 18 Jahre alt, mache nächstes Jahr mein Abitur und habe mir die verrückte Idee in den Kopf gesetzt beim Film zu arbeiten.

Es wird gedreht! Teil 2: Das Filmteam wächst zusammen


Ein geordnetes Durcheinander im Innenhof der JVA Brandenburg am Filmset von "Artisten", im Hintergrund das Hauptmotiv: das Zirkuszelt.

 

Freitag sind wir zweistellig geworden. Unser 10. Drehtag! Aber noch kein Grund zum Feiern.

 

Der Sommerhit Kino

Vor ein paar Tagen habe ich beim Ausmisten eine knallrote, leider ziemlich verstaubte Baseball-Cap weggeworfen, auf der in leuchtend gelben Lettern der Slogan „Der Sommerhit: Kino“ prangte. Der Eine oder Andere mag sich vielleicht noch erinnern: Mitte der Neunziger versuchten die großen Filmverleiher mit dieser Kampagne dem deutschen Publikum schmackhaft zu machen, doch auch mal in den Sommermonaten ins Kino zu gehen.

Die Legende vom Nachwuchs-Spielberg

THE LAST AIRBENDER, der neue Film von M. Night Shyamalan, startet in Deutschland zwar erst in rund fünf Wochen in den Kinos, dann unter dem Titel DIE LEGENDE VON AANG, in den USA ist das Fantasyspektakel, das auf einer Animationsserie von Nickelodeon basiert, aber vor rund zehn Tagen veröffentlicht worden – und bescherte seinem Regisseur (einmal mehr) die schlechtesten Kritiken seiner Karriere (http://www.rottentomatoes.com/m/last_airbender/).

Es wird gedreht! Teil 1: Countdown zum Drehstart

Der Countdown läuft! Heute ist Freitag, die letzten Drehorte wurden besichtigt und festgemacht.

Morgen ist Samstag, da wird fertig aufgelöst – also das Drehbuch in Kamerapositionen (siehe: http://www.evangelisch.de/themen/blogs/alles-auf-anfang/2010/05/24/lieschen-müller-am-set-teil-4-die-auflösung-des-drehbuchs-i)

Übermorgen ist Sonntag, der Tag ist zum Kräftesammeln da.

Dem Nachwuchs gewidmet

Lesern dieses Blogs werden die folgenden Namen nicht unbekannt vorkommen: Burhan Qurbani und Leif Alexis. Beide nahmen Ende letzter Woche den Studio Hamburg Nachwuchspreis 2010 entgegen.

 

Frankreichs Jugend: Nicht kicken, filmen!

Zweifelsohne die größte Lachnummer der WM-Gruppenphase: Die desolaten Vorstellungen der Franzosen, inklusive Trainingsboykott, wüsten Schimpftiraden, Rücktritten bis zur höchsten Verbandsebene und Sarkozy, der mal ein wenig auf den Tisch haut. Aber Filme drehen können sie immer noch, die Regisseure der grande nation, Nachwuchsprobleme gibt es, so scheint’s, auch nicht, und eine wirklich komische Lachnummer ist JUNGS BLEIBEN JUNGS (LES BEAUX GOSSES) auch noch.

Schwuler Fußball – Fußball ist Krieg, und in den Krieg ziehen nur Männer

Dieses und letztes Wochenende stand Berlin nicht nur im Zeichen der Fußball-WM, die sich vor allem in Public-Viewing-Plätzen und leicht grölenden Jungs auf der Straße manifestiert.

 

…und ein Film dauert 90 Minuten

Tipps für die spielfreien Tage

Noch ist die ganz große Fußballkunst bei der WM in Südafrika weitgehend ausgeblieben, aber das Turnier geht auch erst langsam in die entscheidende Phase – die K.O.-Spiele ab dem Achtelfinale. Dann gibt es hoffentlich endlich das ganze Ausmaß der Dramatik, über das sich selbst Wochen und Monate später noch trefflich diskutieren lässt. (Und die Schiedsrichterleistungen und Torwartfehler vielleicht überschattet.)

Die einen wollen unbedingt aus dem Gefängnis raus... aber wir...

Oh-mein-Gott! Wer kam auf die Idee, in einem Gefängnis zu drehen??? Bzw.: gleich in zwei (!) Gefängnissen???

 

Der Baggerkönig

Notizen vom 21. Internationalen Filmfest Emden-Norderney

Ken Duken, das musste auch die gegnerische Mannschaft neidlos anerkennen, hat sich mächtig ins Zeug gelegt und ist jedem Ball hinterher gehechtet, der beim Beachvolleyballspiel des Filmfests Emden-Norderney in seine Richtung flog. Trotzdem musste sich sein Team den Herausforderern um Thomas Heinze im zweiten Satz knapp geschlagen geben – unter anderem auch weil meine Angaben alles andere als präzise übers Netz flogen, aber das ist ein ganz anderes Thema…

Von Besetzungsbemühungen, Theaterabenden und Organtransplantationen

Es ist gut, viele Leute zu kennen. Zumindest als junger Regisseur in Berlin.

 

Natürlich trifft das zu, wenn es um Leute geht, die einen wie mich weiterbringen können, die man von sich überzeugen kann und die einem den ein oder anderen vielversprechenden Auftrag zuschustern.

 

Über die Schwierigkeiten, einen Film zu drehen, TEIL 7. Ab ins Gefängnis! Wir auf Locationtour

Endlich fängt der Stress an! Die dritte Drehbuchfassung ist fertig und echt gut geworden. Die nächsten Tage werde ich mich an eine Regiefassung setzen, wo ich die Dialoge noch etwas an „meinen Stil“ und natürlich an die Schauspieler anpassen werde. Ausserdem habe ich mit der Hauptrollenbesetzung schon etwas geprobt und improvisiert und auch diese Impulse werde ich einfließen lassen.

 

Lieschen Müller am Set, Teil 4: Die Auflösung des Drehbuchs in Kamerapositionen

...und dann hat man ja das Drehbuch und der Kameramann hält die Kameras einfach auf die Schauspieler drauf...

 

Nein. Wir sind ja nicht bei einer Soap ;-)

 

Lieschen Müller am Set, Teil 3: ...wie ein Produzent im Haferstroh.

Was ist die Aufgabe des Produzenten? Was ist denn bitte so schwer am Filmemachen?

 

Während sich die Filmwelt die kaum aschegetrübte südfranzösische Sonne auf den Pelz scheinen lässt und in Deutschland der Große Feldberg einschneit, während ich, der vermeintlich kreative Kopf unseres Unterfangens, bei bald 40° in Afrika meinen Urlaub verbringe, die Ruhe vor dem Sturm nämlich, laufen die Vorbereitungen in Berlin auf Hochtouren.

 

Casino de Cannes

Alles an Cannes ist ein Glücksspiel. Das fängt schon bei McDonald's an, wenn man sich für eine der Warteschlangen entscheiden muss: Welche der Bedienungen kann auch Englisch? (Da ich kaum französisch kann) Selbst hier im Internet-Cafe in einer Seitenstrasse ist es reines Roulette, auf der französischen Tastatur die richtigen Buchstaben zu treffen. Selbst der Hinflug war dank der Aschewolke, die einen anderen Weg nahm, schon ein Glücksfall; ob ich meinen Rückflug wie geplant nehmen kann, steht noch in den Sternen bzw. in Island.

Cannes – oder auch nicht?

Am kommenden Mittwoch beginnt das weltgrößte Filmfestival in Cannes, einen Tag später bin auch ich mit dabei – falls die ominöse Aschewolke nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht, momentan ist die Lage ja ziemlich ungewiss. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, also hab ich mir die Festivaltage schon längst durchgeplant mit Filmen, die ich unbedingt sehen möchte und für die ich mich gerne in den Warteschlangen einreihe.

Lieschen Müller am Set, Teil 2: So ein Tatort ist ja schnell gedreht!

Einem neunzig minütigen Tatort-Dreh werden nicht besonders viele Drehtage zugestanden. Wenn man bedenkt, dass es einen ganzen Kriminalplot zu entfalten gilt, verschiedene, spannende, zwielichtige Charakter zu etablieren und viele schöne Locations zu präsentieren.

Das meist schon über viele Drehs eingespielte Filmteam hat oft nicht mehr als 21 Drehtage dafür! Das ist ja wenig, wird Frau Müller wieder sagen, ohne zu bedenken, dass das Filmen die geringste Zeit an der Filmherstellung in Anspruch nimmt.

Where have all the Musikvideos gone?

Das “MuVi International”-Programm bei den Kurzfilmtagen Oberhausen

2 Tage Kreativurlaub. Und zuhause ackert das Team.

Ostsee. Campingplatz. Vorzelt. Meine Schwiegermutter sitzt mir gegenüber und löffelt im Kartoffelsalat. Mit vollem Mund und lachend gibt sie mir Tipps, wie ich diesen Blog gestalten soll. Ihr Mann daneben, schließt sich ihr an. Mixa wäre doch ein Thema. Oder was über die BILD-Überschrift: „Warum retten wir diesen Griechen-Milliardär?“. Auch die Schnitzel vom Vortag sollte ich nicht unerwähnt lassen, die nach ihrem Flug in den Sandboden abgewaschen auf unseren Tellern landeten und beim Essen kaum geknirscht hätten.

Superheld dank World Wide Web: KICK-ASS dekonstruiert das Genre – ein bisschen

Ich geb‘s ja gerne zu, mit dem seit Jahren in Hollywood grassierenden Trend, jeden Superhelden-Comic für die Leinwand zu adaptieren, stehe ich nach wie auf Kriegsfuß. Nur wenige der Filme fand ich wirklich bemerkenswert, dem heiligen Ernst ihrer Mythologien konnte ich selten etwas abgewinnen, der oftmals selbstzweckhaften Action noch weniger. Natürlich gibt’s auch Ausnahmen, und ich hegte die leise Hoffnung, auch KICK-ASS wäre eine solche.

Über die Schwierigkeiten, einen Film zu drehen, TEIL 6. Drehbuchbesprechungen und Durchsetzungsvermögen

Da saßen wir wieder, wir jungen Filmschaffenden-Azubis, zusammen mit zwei Professoren über einem 80-Seiten starken ersten Drehbuch, das besprochen und auf Herz und Nieren geprüft werden wollte. Acht Schauspieler, sieben Autoren, zwei Produktionsleiter und ein Regisseur, nämlich meine Wenigkeit.

 

Unter dem Vulkan

Die Preisträger beim Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund | Köln 2010

Ein Inferno der Ideen

HENRI-GEORGES CLOUZOT'S INFERNO auf dem Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund | Köln

Lieschen Müller am Set. Über die Filmberufe und die zwei größten Lügen

Lieschen Müller, schrieb kürzlich eine Freundin nachdem sie meinen Blog las, mache sich ja keine Gedanken darüber, was alles an einem solchen Regiestudium hänge. Und, mit Verlaub, Frau Müller macht sich eventuell auch keine Gedanken darüber, was alles an einer Spielfilmproduktion hängt. Und dennoch beurteilt sie einen Film, als wäre sie vom Fach, wie ihre Nachbarin Helga Weißalles und deren Mann.

 

Anmerkungen zum Deutschen Filmpreis 2010

In knapp drei Wochen, am 23. April, wird in Berlin der Deutsche Filmpreis 2010 in 16 Kategorien verliehen. Vor einigen Tagen wurden die Nominierungen bekannt gegeben, aber außer dass DAS WEISSE BAND mit 13 Nennungen einen neuen Rekord aufgestellt hat, war dies den meisten Zeitungen kaum eine größere Meldung wert. Vielleicht hat inzwischen eine gewisse Haneke-Müdigkeit eingesetzt, nach all den Preisen und Nominierungen seit der Weltpremiere in Cannes im letzten Jahr.

Über die Schwierigkeiten, einen Film zu drehen, TEIL 5. Die Schauspieler-Gattung

Als Schauspielstudent an der HFF (Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg) hast Du es wahrlich nicht leicht. Während die bestandene, harte und härter werdende Aufnahmeprüfung bei anderen Studiengängen schon als Auszeichnung gilt, müssen sich die Schauspieler stets neu beweisen.

 

… und alle, die wir kennen

Mein Mitblogger Florian und ich haben uns schon oft darüber unterhalten, dass viele Filme nach unserem Verständnis den Fehler begehen, sich in einer zu kleinen Welt aufzuhalten. Charaktere, die sich eigentlich nicht kennen sollten, werden aus rein dramaturgischen Gründen zusammengeführt, eine Schicksalhaftigkeit wird erzeugt – oder ist es einzig, um den Zuschauer nicht mit zu vielen Personen, zu komplizierten Konstellationen zu überfordern? Gerade in (Fernseh-)Krimis ist diese „kleine Welt“ oftmals so frappant, dass es fast lächerlich wirkt.

Über die Schwierigkeiten, einen Film zu drehen, TEIL 4. Eine Geschichte für acht Hauptrollen

Eine Logline ist ein Satz, der Appetit auf den Film machen soll. Eine Synopsis fasst den Stoff in wenigen Zeilen zusammen. Ein Exposé kann zwischen einer und etwa 10 Seiten lang sein, ein Treatment ist der Film auf ca. 40 Seiten und meist schon in Szenen aufgeschlüsselt. Das Drehbuch ist der letzte Schritt der Stoffentwicklung an einem Film.

 

Über die Schwierigkeiten, einen Film zu drehen, TEIL 3. Das Spannungsfeld zwischen Autor und Regisseur

Viele Köche verderben den Brei, heißt es. Gibt es auch gegenteilige Sprichwörter? Von viel kommt viel...? Viele Hände, schnell ein Ende?

 

Die Russisch-Unorthodoxen

Hand aufs Herz: Wer hat überhaupt schon einmal einen russischen Film gesehen?

Über die Schwierigkeiten, einen Film zu drehen, TEIL 2. Die Besetzung

Neunzig Minuten lasten auf den Schultern des jungen Regisseurs wie der Felsbrocken auf Sisyphus.

Entschuldigt den dramatischen Vergleich. Der Langfilm ist ein kaum zu stemmender Brocken, der jede Möglichkeit zu nutzen scheint, den Hang wieder herunter zu rollen. Selbst wenn er die Spitze des Berges erreicht hat, kann ihn das Übergewicht zurückdrehen.

 

Die Christoph Waltz Story

Roy Black ist schuld daran, dass ich Christoph Waltz für mich entdeckt habe und zum Fan wurde – fast 15 Jahre bevor der Österreicher in der Nacht von Sonntag auf Montag hochverdient den Oscar für die beste Nebenrolle in Quentin Tarantinos INGLOURIOUS BASTERDS entgegen nahm. Es war ein RTL-Movie mit dem dramatischen Titel DU BIST NICHT ALLEIN – DIE ROY BLACK STORY, in der ich Christoph Waltz zum ersten Mal bewusst gesehen habe, und er spielte den Schnulzensänger derart überzeugend, dass ich die Performance über die Jahre nicht vergessen habe.

Oscar 2010: Sechsfacher Triumph für THE HURT LOCKER

Bereits nach der vierten Kategorie des Abends zeichnete sich die Tendenz der 82. Oscar-Verleihung ab. In der Kategorie Bestes Originaldrehbuch gewann Mark Boal für sein Skript zu THE HURT LOCKER unter anderem gegen den leicht favorisierten Quentin Tarantino und legte damit den Grundstein für den sechsfachen Siegeszug des Irak-Kriegsfilms. Dem Drehbuchautor folgten die Oscars in den beiden Sound-Kategorien, beim Filmschnitt, der Regie und schließlich der Königsdisziplin, dem besten Film.

Über die Schwierigkeit, Wonne und Liebe, einen Film zu drehen. TEIL 1

Meine filmischen Wurzeln liegen nicht in Frankfurt, meiner Heimatstadt, wie man meinen könnte, sondern vielmehr in Münster, NRW, dem Ort meiner ersten sachten filmischen Gehversuche. Und so waren es Nordrhein-Westfalen und seine Filmemacher, die Eindruck auf mich gemacht haben. Vor allem die, die noch am Anfang ihrer Karriere standen und ihre ersten Schritte Richtung etabliertem Regisseur getan haben, die, über die geredet wurde.

 

Endspurt im Oscar-Rennen

Am 7. respektive 8. März werden wir alle Bescheid wissen, wer in diesem Jahr die Oscars mit nach Hause nehmen wird. Die meisten anderen Preise der Award-Season sind mittlerweile vergeben, zuletzt die der Britischen Filmakademie (BAFTA), allein die Independent Spirit Awards und die Goldenen Himbeeren am Vorabend der Oscars stehen noch aus, haben aber keinen Einfluss mehr. Bis zum 2.3.

Berlinale Blog. Teil 11: Bärenauslese.

Auch von mir ein herzliches Servus Berlinale 2010, war schön mit dir. Anders als mein Mitblogger Florian habe ich mich ins Filmprogramm gestürzt, bin jeden Morgen zähneknirschend um Acht aufgestanden, im Halbschlaf zum Ticket-Counter geschlittert, brav in der Schlange angestellt – die täglich kürzer wurde – und ein Marathonpensum absolviert: 36 Langfilme, 6 Kurzfilme und weitere 5 nicht eingelöste Kinotickets, da es zeitlich nicht mehr passte oder die Lust auf den Film plötzlich schwand.

Berlinale Blog. Teil 10: Alles auf Anfang.

Adieu! Berlinale 2010! Was hatte ich für ein gespaltenes Verhältnis zu Dir! Ich war vor zehn Tagen noch dermaßen demotiviert, an Dir teilzunehmen, dass ich keine Gelegenheit ausließ, dies mitzuteilen. Vor allem Mitblogger Carsten hat das zu spüren bekommen.

 

Berlinale Blog. Teil 9: Netzwerk Film.

Heute ist der vorvorletzte Berlinaletag und ich habe keinen Film gesehen! Shame on me! Die Gründe dafür könnte man in dem Umstand vermuten, dass ich mir gestern JUD SÜSS – FILM OHNE GEWISSEN zugemutet habe und nun dem Festival den Rücken kehre. Wahrscheinlich bin ich genauso wie die anderen 800 Zuschauer auch sehr geneigt dazu. Aber nein, wenn ich jetzt schon einen sachten ersten Rückblick wagen darf: Es gab einige Lichtblicke.

Berlinale-Blog. Teil 8: Besser tot als lebendig

Seitdem Dieter Kosslick im Mai 2001 die Festivalleitung übernahm, hat sich das Verhältnis der Berlinale zum deutschen Film erheblich verbessert. Deutsche Beiträge sind inzwischen wieder regelmäßiger Bestandteil des Wettbewerbs, in den meisten Jahren von Kosslicks Regentschaft gleich in mehrfacher Ausführung.

Berlinale Blog. Teil 7: I killed the Berlinale

„Berlinale, wie geht’s Dir? Berlinale, lebst Du noch? Ein Journalist einer großen deutschen Tageszeitung sagte mir, die Berlinale sei tot, wenn schon Studentenfilme im Wettbewerb laufen. Ich dachte mir: 'Oh my god, I killed the Berlinale.' Und dann dachte ich mir: 'I killed the Berlinale... oh geil...'“

 

Berlinale-Blog. Teil 6: Bens & Bones

Komödien sind eher Mangelware im Berlinale-Programm, insbesondere im offiziellen Wettbewerb. Noch seltener gewinnen sie oder die Darsteller in ihnen einen der Bären, falls sie es in Ausnahmefällen in den Berlinale-Palast schaffen. Der typische Berlinale-Film ist so trist wie das Februarwetter, seine Protagonisten so down and dirty wie Berlin, egal ob der Film nun aus Rumänien, Dänemark oder Österreich kommt.

Berlinale Blog. Carsten und Florian vor dem Palast


übermüdet, überbelichtet, überglücklich, ü-ei-grinsen

Berlinale Blog. Teil 5: Der Filmnachwuchs.

Der gestrige Berlinale-Tag stand im Zeichen der nächsten Generation an Filmemachern. Abends, vor dem norwegischen Wettbewerbsbeitrag EN GANSKE SNILL MANN (A Somewhat Gentle Man), wurden dem Publikum die diesjährigen Shooting Stars der Berlinale vorgestellt. Die Shooting Stars sind herausragende Nachwuchsschauspieler aus ganz Europa, die schon durch einen professionellen Karrierestart auf sich aufmerksam gemacht haben und unter 35 seien müssen. Die zehn nahmen gestern die silberne Maria entgegen, eine Statue der Maria aus Fritz Langs METROPOLIS nachempfunden.

Berlinale Blog. Teil 3: Leo, my love

Leonardo DiCaprio zwischen Mark Ruffalo und Martin Scorsese, links daneben Ben Kingsley, ganz links mit rotem Schal Festivalleiter Dieter Kosslick.

 

Berlinale-Blog. Teil 2: Berlin im Bollywood-Fieber

Der erste richtige Filmtag liegt hinter uns, die erste 20-Stunden-Schicht der 60. Berlinale. Morgens um kurz nach sieben raus aus dem Schlafsack, nachts um drei wieder einkuscheln, was tut man nicht alles. Nein, ganz so lang wird es in den nächsten zehn Tagen nicht mehr gehen, aber Schlaf ist ja generell überbewertet und wenn Shah Rukh Khan in die Stadt kommt, herrscht allerorten Ausnahmezustand.

Oscar 2010: Avatar vs. The Hurt Locker

Die Zeit für den Showdown ist gekommen. In einer perfekten Hollywood-Dramaturgie treten James Camerons AVATAR und Kathryn Bigelows THE HURT LOCKER mit jeweils neun Oscar-Nominierungen gegeneinander an. Kein anderer Film konnte mehr Nominierungen auf sich vereinen als die Filme der beiden Regisseure, die von 1989 bis 1991 miteinander verheiratet waren.

Dai Jähn Wer? Die Goldene Kamera in Berlin

Hör mal zu, sie ist die Beste Schauspielerin International 2010! Sie ist die Mrs. Goldene Kamera, Familie Springers Preisträgerin, der Star der großen, bekannten Fernsehzeitung, der dings, äh, Audi, äh... was?

Also, hörzu, jetzt mal Klartext. Diane Krüger hat ja schon längst ihren Namen von deutsch zu neudeutsch ändern lassen – ihr neuer Rufname verrät von ihren deutschen Wurzeln wenig, vielleicht auch gut so, Daijähn Kruger.

Masters of Disaster – Die Coens zelebrieren die Katastrophe

Was stürzt nicht alles auf Larry Gopnik ein, die Hauptfigur in A SERIOUS MAN, dem neuen Film von Joel und Ethan Coen.

Made in Germany - Teil 1

In unseren Bestenlisten zum Ende des Jahres und Jahrzehnts waren deutsche Filme ein wenig unterrepräsentiert. Das war keineswegs böse Absicht, werden doch hierzulande jede Menge sehenswerte Filme produziert, nicht zuletzt in den vergangenen zehn Jahren. Die Meldungen aus der Branche über sehr ansehnliche Marktanteile an den deutschen Kinokassen und eine positive, wenn auch nicht euphorische Stimmung, finden ihren Widerhall in der Qualität der Filme.

Die Gabe des objektiven Blickes - zum Geburtstag von Joseph Losey

Morgen wäre Joseph Losey 101 Jahre alt geworden. Kultstatus unter Filmemachern erreichte der Regisseur mit Filmen wie MODESTY BLAISE, eine Agentenfilmparodie, die heutzutage noch gerne zitiert wird - nicht zuletzt in den Austin-Powers-Teilen. THE SERVANT (DER DIENER, 1963), ACCIDENT (ACCIDENT - ZWISCHENFALL IN OXFORD, 1967) und THE GO-BETWEEN (DER MITTLER, 1970) waren seine größten Erfolge, er gewann die Goldene Palme in Cannes, dann den César, den französischen Filmpreis. Drehte mit Jeanne Moreau und Alain Delon.

"Halt den Mund und gib..." – 50 Jahre "The Apartment"

Gibt es eine schönere Gelegenheit, als das neue Jahr mit einem unsterblichen Klassiker zu beginnen, einem Film, der in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert und dennoch kein bißchen antiquiert wirkt?

Die hätte ich auch gern gedreht, 2. Teil

Vorgestern habe ich zum ersten Mal das Datum mit „2010“ ausgeschrieben, das kam mir sehr eigenartig vor.

Letztes Jahr war ein tolles Jahr! Ich habe diesen Blog angefangen, habe meinen ersten Film auf 35mm gedreht, mein Vordiplomfilm beendet. Der Rückblick ist toll, macht mich gespannt auf das kommende Jahr.

Und der Rückblick auf die tollen Filme des letzten Jahrzehnts lässt mich hoffen auf viele tolle Filme in den nächsten Jahren. Ich versuche meinen Anteil dazu zu leisten :-)

Die hätte ich auch gerne gedreht, 1.Teil

Ich kann mich noch genau an meinen zehnten Geburtstag erinnern. Morgens, als ich die Hose anzog und der Knopf abflog, sagte ich mir: Jetzt bist Du ein Jahrzehnt alt. Was alles passiert ist!

Nun blickt das neue Jahrtausend auf zehn Jahre voller Erfahrungen zurück. Und die meisten Filme, die mich auf meinem filmischen Weg geprägt haben, hat vorrangig diese Dekade hervorgebracht.

2009 - Mein Rückblick aufs Kinojahr

Bevor das neue Jahr und Jahrzehnt in wenigen Tagen Wirklichkeit wird, bleibt noch einmal Zeit zurückzuschauen und zu bilanzieren: Welche Filme haben mich 2009 besonders beeindruckt, überrascht oder enttäuscht. Den Anfang macht meine, naturgemäß völlig subjektive, Top Ten des Kinojahrs 2009:

2010 – Teil 2: The Return

So oder ähnlich werden auch im kommenden Jahr wieder viele (zu viele?) Filme untertitelt sein, als Fortsetzung, als Prequel oder Abschluss einer Trilogie, Quadrologie oder noch Monströseres – vor allem aber als kommerziell vergleichbar sichere Bank, bringt der Vorgänger doch ein halbwegs kalkulierbares Publikum mit, in Zeiten explodierender Budgets eine der wenigen Sicherheiten einer höchst riskanten Branche.

2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen

Erinnert sich eigentlich noch irgendjemand an die Fortsetzung zu Stanley Kubricks Science-Fiction-Meilenstein 2001 - ODYSSEE IM WELTRAUM, die im Orwelljahr 1984 in die Kinos kam und ihr Möglichstes tat, den Mythos der Klassikers zu zerstören, aber selbst dabei scheiterte? Regisseur Peter Hyams schickte 1994 Jean-Claude Van Damme für TIMECOP durch die Zeit und ein Jahr später für SUDDEN DEATH ins Eishockeystadion – in nur zehn Jahren von Kubrick zu Van Damme, eine Karriere, die man auch niemandem wünscht.

Dreimal weißes Band

Wenn ich zehn Menschen auf der Straße frage, wann etwa die Oscar-Verleihung stattfindet, erinnern sich neun von zehn an die Pro7-Übertragung und können sie irgendwann im nächsten Frühjahr terminieren. Acht von zehn haben sogar schon ihre eigenen Favoriten, denn sie haben ne Menge im Kino gesehen. Frage ich aber nach dem Europäischen Filmpreis, so zucken diese Menschen nur mit der Schulter. Drei von ihnen sogar unwissend, dass es überhaupt einen eigenen europäischen Filmpreis gibt.

Mit Vollgas in die Oscar Saison

Ich geb’s zu – ich bin ein Oscar-Junkie. Auch wenn es eigentlich absurd ist, Filme oder Schauspieler miteinander zu vergleichen, die Faszination für das Event, für die Geschmacksentgleisungen auf dem Red Carpet, für die Song-and-Dance-Nummer des Conferenciers und die Spekulationen über die Gewinner ist für mich ungebrochen.

Der Schnitt – Eine unsichtbare Kunst

Ein herzlicher Dank geht zunächst einmal mehr an die Deutsche Bahn, die es aufgrund kratergroßer Löcher in ihrem Fahrplan unmöglich macht, Veranstaltungen in Köln zu besuchen und am gleichen Abend zurück nach Münster zu fahren, will man nicht erst den IC um halb Drei morgens nehmen, was kaum eine Option ist, wenn man am nächsten Tag arbeiten muss.

In Kinofilmen spielen und Erfahrung schenken bei Studentendrehs

Anfang des Jahres habe ich den Imagefilm DAS ERBE für ein Bundesministerium gedreht. Besetzt hatte ich für eine Rolle eine gute Freundin und Schauspielerin, Heide Simon. Grade ist sie in dem Kinofilm TANNÖD zu sehen. Hier spricht sie über den Dreh, das Team, die Regisseurin und erinnert sich an Monica Bleibtreu.

Heide, wie möchtest Du Dich den Bloglesern vorstellen?
Mein Name ist Heide Simon, ich bin Theater-Schauspielerin und mache auch Fernsehen und Film und Rundfunk und Hörbuch.

Corinna Harfouch - Eine Liebeserklärung

Es ist kein Geheimnis, dass Corinna Harfouch eine der begnadetsten Schauspielerinnen im deutschen Film ist. Kaum eine ihrer Kolleginnen vermag ihre Rollen intensiver zu verkörpern, wenn sie denn von ihrem Regisseur entsprechend gefordert wird. Wie etwa von Matthias Glasner, für den sie nach den Kinofilmen SEXY SADIE und FANDANGO und drei Fernsehprojekten in THIS IS LOVE nun bereits zum sechsten Mal eine Hauptrolle spielt.

"Spiritualität bedeutet für mich die Befreiung von allen auferlegten religiösen und gesellschaftlichen Zwängen" - 2012 aus der Sicht eines ganz anderen Protestanten

Emmerichs 2012 bezieht sich auf eine uralte Voraussage des Armageddon. Aber es gibt mehrere Theorien über den bevorstehenden Weltuntergang. Ich habe mich mit einem Freund von mir über diese Theorien unterhalten. Dirk Foest ist seines Zeichens "Licht- und Energiearbeiter".

My First 3D

Das ist nicht ganz wahr, denn diesen Sommer habe ich in den „Ostsee-Welten 5D“ in Warnemünde DIE REISE ZUM MITTELPUNKT DER ERDE im sogenannten 4D gesehen, das bedeutete, zur verschiedenfarbigen Pappbrille, die sich in die Nasenflügel einschnitt, gab es in dramaturgisch sinnvollen Momenten (in einem ansonsten völlig sinnfreien Film) Trockeneisnebel und Regen simulierende Seifenblasen im Kinosaal. Eine Grenzerfahrung, die ich nur jedem empfehlen kann, dem es bereits im Auto-Scooter schlecht wird. In 5D sollen dann sogar noch die Sitze ruckeln. Amazing!

"Ich brauche kein Schlummerhöschen mehr" - 2012: Große Leinwand, kleines Kino

Uff. Ich kann es nur auf Grundlage der deutschen Synchronfassung beurteilen, aber die Dialoge sind scheiße. Die kleinen alltäglichen Situationen sind plakativ und theatral. Die Darsteller und auch die Komparsen spielen so ziemlich an dem vorbei, was ich gut nennen würde. Die moralischen Aussagen darüber, wie ich zu leben habe, nur damit sich nicht in drei Jahren die Kontinentalplatten verschieben, machen mich trotzig. Und die Bilder… hat Roland Emmerich auf seiner Homevideokamera gedreht?

"1 Drehbuch + 10 Regisseure = 10 unterschiedliche Filme"

Ein Gespräch mit Almut Getto zum Kinostart von GANZ NAH BEI DIR.

Ich will kein tragisches Leben leben.

Vorgestern haben in München zwei Freds den Besitzer gewechselt. Fred ist geschätzt 30 Zentimeter groß und aus Glas.

Literaturverfilmung – Fluch oder Segen?

Nachdem eine gute Freundin den Roman von Stieg Larsson endlich auch gelesen hat, war schließlich der Weg frei, die Filmadaption von VERBLENDUNG anzuschauen. Bei mir war es mittlerweile zwei, drei Monate her, dass ich den Buchdeckel des derzeit erfolgreichsten Schweden-Krimis wieder zugeklappt hatte, zufrieden mit einem sorgfältig konstruierten Thriller, der Lust auf die beiden Romanfortsetzungen und die Verfilmung machte.

(95) Minutes of Pure Joy

Every once in a while (gibt es eigentlich ein deutsches Äquivalent dazu, das es ebenso treffend ausdrückt? Ab und zu? Hin und wieder? Nein, also:) Every once in a while erscheint ein Film auf der Bildfläche, der mich ab der ersten Einstellung in seinen Bann zieht, bei dem ich mit der ersten Szene direkt weiß: das hier ist richtig, das wird so gut bleiben.

Hoffnungsträger Film oder Der Soundso von morgen


Wie stehts um den Filmnachwuchs in Deutschland? Ein Chat mit dem Jungregisseur Florian Mischa Böder, der auf seine mehrfach preisgekrönten Kurzfilme zurückblickt; von der Sichtung von 49 Kurzfilmen als Jurymitglied berichtet und wie schwer es war, sich zu entscheiden; von seinen Erfahrungen mit seinem ersten Langfilm erzählt und nach vorne blickt auf seine Filmemacherzukunft.

Florian Mischa Boeder

Kino für alle – Alles ins Kino?

Wenn die Nachwehen der Festivalarbeit langsam abklingen, wenn das Schlafpensum allmählich auf die Zeit vor vier Uhr morgens ausgedehnt wird, wenn sich also die Vorstellung von Freizeit wieder konkretisiert, drängt sich ein Gedanke gleich mit in den Vordergrund: Man könnte ja mal wieder ins Kino gehen, war man ja lange nicht mehr, zumindest nicht rein privat.

Gründgens ist schuld

Wenn ich meine Schwester nach Gustaf Gründgens frage, weiß sie, das ist der berühmte Mephistodarsteller. Meine Oma weiß ausserdem, dass er mit Erika Mann verheiratet war. Ich weiß, er war Schauspieler und Regisseur und schon zu Lebzeiten so legendär, wie es deutsche Schauspieler heute selten noch sind. 

Roman Polanski: Wanted and Desired

Im Grunde wurde alles zu dem Fall Polanski gesagt. Nur nicht von allen. Deshalb dreht sich dieser Beitrag um den vor einigen Tagen in der Schweiz inhaftierten polnischen Filmregisseur mit französischer Staatsbürgerschaft, dem droht, für eine vor 32 Jahren begangene Straftat an die USA ausgeliefert und möglicherweise verurteilt zu werden.

Der Nierenschlag der Kritik

Wie oft flüchte ich mich, wenn ich einen Film beschreibe und ich ein Unwohlsein nicht näher erläutern möchte, in eine Formulierung wie „irgendwie war der Plot doch nur behauptet“. Wobei „Plot“ austauschbar ist mit „Beziehung“, „Gefühle“ oder „Personenkonstellation“, aber auf das „behauptet“ kommt es an. Nichts ist niederträchtiger. Nichts ist gemeiner. Ein Nierenschlag, ein Knock-Out.

Wie eröffne ich einen Filmblog

Wir lassen niemanden im Regen stehen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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