PHOENIX - "Tacheles" ist die Talkshow der Evangelischen Kirche. Für den Ereignis- und Dokumentationskanal PHOENIX werden eigene Reihen gebildet – und dies aus dem christlichen Wertekanon heraus. Die aktuelle Staffel behandelt den Dialog zwischen Christentum und Islam, wieder live aus der Marktkirche in Hannover.
Streitbare Gespräche in Deutschlands ältestem Fernsehstudio: Prominente, Fachleute und Betroffene reden Tacheles miteinander, am roten Tisch in der hannoverschen Marktkirche. Bei Tacheles geht es seit 1999 um brisante Themen und unterschiedliche Wertvorstellungen – kontrovers und nachdenklich, ernsthaft und unterhaltend.
Aktueller Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit dem Islam. Was trennt, was verbindet Menschen muslimischen Glaubens mit der christlichen Mehrheit? Wer den jeweils anderen besser versteht, wird sich klarer auch über sich selbst.
Phoenix, der Ereignis- und Dokumentationskanal von ARD und ZDF, überträgt die Debatten bundesweit. Im Internet und in der evangelischen Kirchenpresse sind sie auszugsweise nachzulesen, bei NDR Info zu hören. Tacheles – Talk am roten Tisch setzt auf eine Streitkultur, die ohne verbale Tiefschläge, aber deutlich in der Sache auf eine Klärung brisanter Streitfragen zielt.
Tacheles – Talk am roten Tisch: Das ist mehr als eine spannende Fernsehsendung. Im Internet ist die Talkshow aus der Kirche nachzulesen - dazu aktuelle Informationen und Hintergründe, Porträts und Interviews. Die spannendsten Szenen der Sendung sind hier zu sehen. Prominente schreiben Beiträge. Ein Newsletter informiert aktuell über neue Entwicklungen.
Wir laden ein zum Mitmachen: zum Beispiel im Internet unter http://forum.tacheles.tv. In den Foren wird gestritten über die aktuellen Tacheles-Themen. Seit 1999 ist Tacheles multimedial und gehört zu den meistgenutzten Foren der evangelischen Kirche. Allein zum Thema Irak-Krieg erreichten uns rund 3000 Beiträge.
Zum Neustart von Tacheles Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann und Moderator Jan Dieckmann im Gespräch:
"Wir müssen ins Gespräch miteinander kommen"
Was ist das Besondere an Tacheles?
Margot Käßmann: Seit zehn Jahren hat Tacheles ungeheuer spannende Debatten geboten und sich als großartiges Format bewiesen: die Kirche im Dialog zu Fragen der Zeit. Jetzt wird der Dialog der Religionen zum Schwerpunkt der nächsten Folgen, und das ist eines der Kernthemen heute und für die Zukunft. Da wird es keine Theoriedebatten geben, sondern wird es ganz praktisch um die Frage gehen: Was glaube ich, was glaubst du?
Um welche Themen soll es gehen?
Käßmann: Es gibt viele Gesprächsanlässe wie Erziehung und Bildung. Fundamentale Unterschiede sehe ich bei der Rolle der Frau und der Religionsfreiheit. Im Vordergrund wird die Auseinandersetzung mit dem Islam stehen, aber auch mit anderen Religionen. Eine Sendung zum Thema Buddhismus stelle ich mir auch sehr spannend vor. Menschen verschiedenen Glaubens an einen Tisch zu bringen, darum geht es uns.
Jan Dieckmann: Der harte Kern kultureller Unterschiede, den machen vor allem Unterschiede im Glauben aus. Darum stehen religiöse Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Mittelpunkt der neuen Staffel. Im Grunde setzen wir damit die Islamkonferenz von Wolfgang Schäuble medial fort. Rund vier Millionen Menschen islamischen Glaubens leben in Deutschlands, sie sind längst keine Gäste mehr, sie gehören dazu.
Warum lädt gerade die evangelische Kirche zu diesem Dialog ein?
Dieckmann: Wir blicken auf eine lange Geschichte der Auseinandersetzung mit unseren biblischen Texten zurück und der uns umgebenden Gesellschaft. Unsere Kirche hat sich in der Reformation stark gewandelt und sich der Welt zugewandt. In der islamischen Welt hingegen gibt es bislang kaum eine kritische Auseinandersetzung mit dem Koran. Und das Verhältnis des Islam zur Moderne ist spannungsgeladen. Da kommen zwei Religionen miteinander ins Gespräch, die eine sehr unterschiedliche Geschichte haben. Das ist spannend.
Wie kontrovers soll es bei Tacheles zugehen?
Dieckmann: Wir wollen den Dialog auf gleicher Augenhöhe – und dabei auch Konflikte und Unterschiede ansprechen. Und natürlich Gemeinsamkeiten: Das Christentum, das Judentum und der Islam gehen gleichermaßen auf den Gott Abrahams zurück.
Käßmann: Es sieht ständig so aus, als würden Religionen Konflikte verschärfen. Dabei können Religionen Konflikte auch entschärfen. Wir wollen kein Tribunal veranstalten. Ich habe kürzlich eine Türkin getroffen, die berichtete, sie lebe seit 16 Jahren hier und habe in noch keinem deutschen Wohnzimmer gesessen. Wir müssen mehr ins Gespräch miteinander kommen.

