Schnelle Clips und knappe Spots

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Privatfernsehen - "So gesehen", "Montag früh", "Filmtipp", "Bibelclip" - auch die privaten Sender haben regelmäßig mit kurzen, schnellen Formaten christliche Sendungen im Programm.

mb

Sat.1: So gesehen
Beim Privatsender Sat.1 gibt die Kölner Autorin und Moderatorin Bettina Förster im monatlichen Wechsel mit dem katholischen Kollegen Bruder Paulus Terwitte samstags, um 16.59 Uhr einen kleinen christlichen Denkanstoß: "So gesehen". In knappen 60 Sekunden sinniert sie, was das Leben wertvoll und reich macht, warum man den Moment genießen soll oder wieso die Kinder am Martinstag mit der Laterne durchs Land laufen. Etwa zwei Millionen Zuschauer erreicht dieses Kurzformat, das die Botschaft des Evangeliums vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse verkündigt. 1987 hatte Jürgen Fliege das erste Mal "So gesehen" präsentiert. Seitdem ist das Format mehrfach erneuert worden.

Auf die Bemühungen evangelischer Medienarbeit ist es auch zurückzuführen, dass die Sat.1ProSieben-Gruppe kirchlichen und kirchennahen Hilfswerken seit 2003 ermöglicht, auf ihren Sendern sogenannte "social spots" zu schalten.

SAT.1: Montag früh
Rund 400.000 Menschen schauen montagmorgens zwischen 6 und 7 Uhr auf Sat.1 zu, wenn Pastorin Ute Schlemmer Schlittschuh fährt, sich in einem Maislabyrinth verirrt, auf dem Motorrad unterwegs ist, sich die Großbaustelle der Hamburger Hafencity ansieht und sich so ihre eigenen Gedanken macht. Zeit für "Montag früh". Frisch ist sie, gerade heraus und nah am Alltagserleben. "Wir wollen raus zu den Menschen, dort, wo das Leben ist. Wir wollen erzählen: Gott hat uns dieses Leben und die Welt geschenkt", sagt Ute Schlemmer. Gerade in dieser Frühe und am Montag, die Pflichten und Forderungen der Woche vor Augen, hat mancher Zuschauer diese Ermunterung nötig. Das Wetter, die Liebe zu Kindern, Harry Potter oder BSE − Ute Schlemmer geht es immer um die Geschichten und Probleme des Alltags. "Denn eine kleine Erkenntnis, was in meinem Leben anders laufen könnte, kann schon große Konsequenzen für den Alltag haben", ist die hauptamtliche Pressereferentin der Hamburger Diakonissenanstalt Alten Eichen überzeugt.

PRO 7: Filmtipp
Wenn Sie auf dem Bildschirm sehen, wie vier Helden bei einer Mission im Weltall einer kosmischen Strahlung ausgesetzt werden, die ihnen Superkräfte verleiht, mit denen sie zurück auf der Erde nichts anfangen können, und eine Stimme aus dem Off sagt: "Gott schenkt uns unsere Gaben, damit wir Gutes tun können. Wir müssen nur lernen, sie zu nutzen!" − dann sind Sie beim Zappen in den "Filmtipp" der evangelischen Medienarbeit geraten. Auf ProSieben bürstet der »Filmtipp« jeden Samstag einen Blockbuster gegen den Strich. In diesem Fall den US-amerikanischen Comic-Actionfilm "Die Fantastischen Vier". Hier haben die Kirchen die Programmphilosophie eines Senders aufgegriffen, der sich durch das Abspielen erfolgreicher Spielfilme und Serien beim Zuschauer profiliert, und dazu ein passendes Kurzformat entwickelt. Seit 2003 klopft der "Filmtipp" den Pro-Sieben-Spielfilm der Woche auf seine ethisch-religiöse Dimension hin ab.

RTL: Bibelclip
Die "Bibel-Clips" auf RTL verbinden Woche für Woche aktuelle Nachrichtenbilder mit einem Bibelzitat und deuten so das Zeitgeschehen. Am Konfirmationstag 2008 heißt es: "Gott hat seinen Engeln befohlen, dich zu beschützen, wohin du auch gehst." Der 30-Sekunden-Clip ist sonntags um 17.35 Uhr zu sehen. Er wird dann noch mehrfach wiederholt und erreicht so durchschnittlich vier Millionen Zuschauer. Der Kölner Privatsender RTL stellt der evangelischen Kirche außerdem Sendezeiten für Clips zur Verfügung, mit denen für Events wie den jährlichen Motorradgottesdienst in Hamburg, den Deutschen Evangelischen Kirchentag oder den Deutschen Kinderpreis geworben wird. Produziert werden die Clips von der evangelischen Produktionsgesellschaft Eikon Nord in Hamburg.

 

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