Kolumne: "Religionskritik ist Teil der Meinungsfreiheit"

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Bascha Mika. "Nichts und niemand ist vor Satire sicher." Foto: taz

Tacheles - Religion und Meinungsfreiheit, wann ist Schluss mit lustig? Die ehemalige taz-Chefredakteurin Bascha Mika ist sich sicher: "Wo Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit herrscht, ist nichts und niemand vor Satire sicher." Denn Religionskritik sei Teil der Meinungsfreiheit, erklärt Bascha Mika in ihrer Kolumne auf www.tacheles.tv.

Von Bascha Mika, taz-Chefredakteurin 1998-2009

Darf ein Medium religiöse Symbole satirisch angreifen? Auch wenn dies möglicherweise die Gefühle von Gläubigen verletzt? Natürlich! Wo Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit herrscht, ist nichts und niemand vor Satire sicher. Religionskritik ist Teil der Meinungsfreiheit.

Im Falle der Mohammed-Karikaturen war es für die taz selbstverständlich, das Thema aufzugreifen und Öffentlichkeit herzustellen. Schließlich ging es um ein gesellschaftlich brisantes Thema. Wenn Morddrohungen ausgesprochen, Botschaften angezündet und zu Boykotten aufgerufen wird, sind nicht nur diese Ereignisse eine Nachricht, sondern auch deren Anlass.

Bei der taz-Titelseite, auf der wir Jürgen Klinsmann am Kreuz gezeigt haben, ging es eindeutig um Satire. Und Satire darf fast alles.

Im Zusammenhang mit Religionskritik beobachte ich in den deutschen Medien große Vorsicht. Die Auseinandersetzung mit den christlichen Kirchen ist meist längst nicht so scharf wie mit politischen Akteuren. Das wäre aber durchaus angemessen, denn die Kirchen sind nach wie vor eine wichtige gesellschaftliche Institution und werden gehört.

Die wichtigste Aufgabe einer freien Presse ist – im Sinne einer vierten Gewalt – die Kritik und Kontrolle der Mächtigen. Dazu gehören eben auch Kirchen und Religionsgemeinschaften. Dabei kann es keine Unterschiede zwischen Christen und Muslimen geben. Es ist vielmehr ein Akt des Respekts, Muslime genauso zu behandeln wie Nicht-Muslime. Denn nur dann nimmt man sie wirklich ernst.

 

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