18.07.2010, 9.30-10. - Kirchengebäude ziehen uns magisch an. Sie sind Fixpunkte im Stadtbild und oft Wunderwerke der Baukunst ihrer Zeit. Kunst und Kultur vereinen sich in Ihnen mit der Architektur. An dieser Stelle erfahren Sie mehr über die Geschichte der Kirche.
1615 beauftragte Herzog Friedrich Karl keinen geringeren als seinen Landesbaumeister Heinrich Schickhardt mit dem Bau der Stadtkirche anstelle der zu klein gewordenen und ab dem 14. Jahrhundert belegten Johanniskapelle. Am 16. Februar 1618 konnte der Grundstein gelegt, bereits am 10. November 1619 die Einweihung gefeiert werden.
Schickhardt hatte 1603 in Mömpelgard/Burgund mit dem Bau der Kirche St. Martin den Urtyp der württembergischen Kameralskirche geschaffen. Dieser Kirchentyp mit einem Predigtsaal mit hohem Spitzgiebel, strenger Gliederung der äußeren Längsseiten mit langen Fensterfeldern, mit Rundfenstern über den Portalen und einem durch Gesimsstreifen dreigeteilten Giebelfeld wirkte über fast 200 Jahre fort und war auch Vorbild für die Göppinger Stadtkirche.
Im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche eine Rokoko-Ausstattung. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts zeigt sie in der Deckenbemalung und den Leuchtern eine Jugendstilausstattung. Der Turm stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Heute wird die Kirche für Konzerte und Veranstaltungen sowie für besondere Gottesdienste genützt. Durch ihre freie Bestuhlung erlaubt sie eine weite Bandbreite an Nutzungen. In jedem Winter findet in der Kirche sechs Wochen lang die Vesperkirche statt, bei der täglich durchschnittlich 130 Essen ausgegeben werden.

