9.30-10.15 Uhr im ZD - Kirchengebäude ziehen uns magisch an. Sie sind Fixpunkte im Stadtbild und oft Wunderwerke der Baukunst ihrer Zeit. Kunst und Kultur vereinen sich in Ihnen mit der Architektur. An dieser Stelle erfahren Sie mehr über die Geschichte der Kirche.
1898 besuchten Kaiser Wilhelm II. und seine Ehefrau Kaiserin Auguste Victoria das Heilige Land und sagten auf Bitten der deutschen evangelischen Gemeinde zu, auf dem Ölberg ein Erholungsheim und ein christliches Pilgerhospiz errichten zu lassen. Auch wenn die Bauarbeiten erst vier Jahre später restlos beendet werden konnten, wurden im Jahr 1910 wurden Hospiz und Himmelfahrtkirche eingeweiht und begehen also in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum.
Wilhelminisch-byzantinischer Stil
Die Kirche steht auf einem der höchsten Punkte Jerusalems: 850m über dem Meeresspiegel und fast 1.300 m über dem Toten Meer steht die im wilhelminisch-byzantinischem Stil errichtete Kirche als ein Wahrzeichen der Jerusalemer Silhouette. Zum Schutz vor den gerade im Winter oft rauen Winden wurde die gesamte Westfassade der Kirche mit einem massiven Vorbau umgeben.
Der Gebäudekomplex wurde im Jahr 1917 von den Engländern besetzt. Ab 1937 begann das Diakoniewerk Kaiserswerth die Umgestaltung des Hospizes zu einem Krankenhaus; nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude als Militärlazarett genutzt. Im Jahr 1948 wurden Grundstücke und Gebäude an den Lutherischen Weltbund übertragen. Die Himmelfahrtkirche wurde auch weiterhin von der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache sowie auch von der Evangelical Lutheran Church in Jordan and the Holy Land (ELCJHL) genutzt.
Der auferstandene Christus als Weltherrscher
In den Jahren 1988-1991 wurden noch vorhandene Schäden aus dem großen Erdbeben im Jahr 1927 in der Himmelfahrtkirche saniert und die Kunstwerke dem Originalzustand entsprechend restauriert. Das Zentrum des Deckenschmucks zeigt den auferstandenen Christus als Weltherrscher, in seiner Hand das "Alpha" und das "Omega", umgeben von den Symbolen der vier Evangelisten, den Erzengeln und den zwölf Aposteln. Malereien an der Decke der Orgelempore zeigen das Stifterpaar, Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Auguste Victoria, gekleidet im Stil des Mittelalters. Die Verbindung zu den Kreuzrittern ist der bildhafte Ausdruck des noch bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts hineinwirkenden Gedankens, Jerusalem zu einer christlichen Stadt werden zu lassen.
Heute gehört zu den deutschen evangelischen Einrichtungen auf dem Ölberg neben der Himmelfahrtkirche und dem Deutschen Evangelischen Institut für Altertumswissenschaften im Heiligen Land (DEI) auch das evangelische Pilger- und Begegnungszentrum. Hier werden Seminare für Gruppen und Besucher zu theologischen Themen angeboten, hier finden Diskussionen und Konzerte statt und hier werden gemeinsam Gottesdienste gefeiert – für viele Pilger ein ganz nachdrückliches Erlebnis ihrer Reise in das Heilige Land.

