07.03.2010, 9.30-10. - Kirchengebäude ziehen uns magisch an. Sie sind Fixpunkte im Stadtbild und oft Wunderwerke der Baukunst ihrer Zeit. Kunst und Kultur vereinen sich in Ihnen mit der Architektur. An dieser Stelle erfahren Sie mehr über die Geschichte der Kirche.
Die evangelische Markuskirche wurde von 1934 bis 1935 unter dem Architekten Otto Bartning für die Lukas- und die Markusgemeinde in Karlsruhe gebaut. Die Pläne für den Bau der Kirche waren in der Zeit des beginnenden Nationalsozialismus nicht unumstritten, aber Otto Bartning setzte sich mit seiner Planung für die Markuskirche durch. In der Architektur der Kirche besetzt die "Wort-Gottes-Theologie" das Zentrum mit einer mittigen Kanzel, hinter der der etwas höher liegende Altar liegt.
Die Kirche
Die Kirche steht am Yorckplatz, und fügt sich in die Linien der Straßen und Gebäude in der Architektur Weinbrenners rund um den Kreisel in der Yorckstraße ein. Sie ist einerseits sehr schlicht gehalten, strahlt aber mit ihren Goldmosaiksprüchen aus den vier Evangelien und in der Mitte einem Vers aus der Offenbarung im Chorraum durchaus verspielt. Die Decke ist eine Holzkonstruktion, die an einen Schiffsbau erinnert, zusammen mit der Oberfläche der Pfeiler links und rechts des Kirchenschiffs garantiert sie eine gute Akustik.
Die Orgel
Die Orgel der Markuskirche wurde von der Firma Steinmeyer & Co. aus Oettingen (Bayern) erbaut und mit der Kirche am 6. Oktober 1935 eingeweiht. Die äußere Gestalt der Orgel (der Prospektentwurf stammt vom Architekten selbst) entspricht so sehr dem Raumganzen, dass hier das von Bartning gewollte Konzept der Einhelligkeit voll zum Tragen kommt. Die Gittergestalt des Orgelprospekts wiederholt sich in Maß und Material an der Holzdecke, die durch die Feintektonik ihrer dreifachen Lattenstruktur im Zusammenspiel mit den lamellenartigen Wänden eine besondere klangliche Wirkung entfaltet. Die zum First zeigende Mittelstütze der Orgelfront bildet nicht zufällig hoch oben mit dem Querbalken ein Kreuz, welches mit dem Kreuz des Altarraumes eine dialogische Spannung unterhält.
Der Steinaltar
Der Steinaltar wird von zwei geflügelten Tiergestalten getragen, einem Löwen und einem Stier. Es sind zwei der vier Evangelistensymbole, wobei der Flügellöwe für Markus und der geflügelte Stier für Lukas steht. Die Markuskirche wurde ursprünglich für die Lukas- und die Markusgemeinde gebaut. Seit den 60er Jahren gibt es für die Lukasgemeinde aber eine eigene Lukaskirche.
Die Altarwand-Mosaiken
Die Altarwand-Mosaiken aus Gold auf den fünf Flächen der Altarwand zeigen Worte aus den vier Evangelien und der Offenbarung. Sie wirken ornamental und sollen den Charakter eines evangelischen Gotteshauses betonen. Sie wurden gefertigt von den Vereinigten Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei; Treptow.
