Die Geschichte der Ev. St. Marienkirche zu Dortmund

21.03.2010: ZDF-Gottesdienst Dortmund

Die evangelische St. Marienkirche zu Dortmund. Foto: Dietrich Fischer

21.03.2010, 9.30-10. - Kirchengebäude ziehen uns magisch an. Sie sind Fixpunkte im Stadtbild und oft Wunderwerke der Baukunst ihrer Zeit. Kunst und Kultur vereinen sich in Ihnen mit der Architektur. An dieser Stelle erfahren Sie mehr über die Geschichte der Kirche.

Die Marienkirche zu Dortmund ist das älteste erhaltene Gotteshaus der Stadt und eine der wenigen im westfälischen Raum erhaltenen Basiliken aus dem 12. Jahrhundert.

Die evangelische St. Marienkirche zu Dortmund. Foto: Dietrich FischerNach 1150 begann man mit dem Bau der romanischen Pfeilerbasilika mit drei Apsiden und zwei Türmen. Vorher hatte auf dem Gelände eine kleine Kapelle gestanden. Anfang des 14. Jahrhunderts setzte sich von Frankreich ausgehend in Westfalen mehr und mehr der gotische Baustil durch. Der Bedeutung von St. Marien angemessen wurden um 1350 die romanischen Apsiden abgerissen und ein gotischer Chorraum angebaut. Die hohen Fenster mit farbigem Glas ließen viel Licht einfallen und so den Kirchraum erstrahlen.

Der Chorraum wurde kostbar ausgestattet. Im Jahre 1420 wurde der Marienaltar von Conrad von Soest, dem berühmten Sohn der Stadt, für die Marienkirche gemalt. Um 1450 kam das etwa 7,50 m hohe Sakramentshaus aus Sandstein hinzu, ca. 1520 das eichene Chorgestühl.

Am Ende des Reformationsjahrhunderts wurde Dortmund und damit auch die Marienkirche evangelisch. Die Gemeinde behielt den Namen ihrer nach Maria genannten Kirche bei. Ebenso blieb ein Großteil der Kunstschätze erhalten.

Im Jahre 1720 verkleinerte man die Tafeln des Marienaltars, um sie in einen barocken Holzaltar einzupassen.

Die folgende Zeit war für Dortmund und insbesondere für die Kirchen sehr schwer. Kriege und Besetzungen setzten der Stadt zu und ließen die Kirchen verfallen. In Jahre 1805 musste der Nordturm der Marienkirche abgerissen werden, weil er baufällig war. Die Marienkirche selbst sollte 1833 abgebrochen werden. Ihr Erhalt ist nur dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass sich der Kunst liebende Kronprinz von Preußen, der spätere Friedrich Wilhelm IV., für ihren Fortbestand einsetzte.

Die Marienkirche wurde im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstört, die sakralen Kunstschätze waren glücklicherweise zuvor ausgelagert worden. Der Wiederaufbau begann 1948 und wurde 1957 abgeschlossen. Die wertvolle Steinmann-Orgel wurde 1967 eingebaut, die modernen Fenster nach dem Entwurf von Prof. Johannes Schreiter in den 1970er Jahren.

St. Marien ist seit 2004 offiziell "OFFENE KIRCHE" und ist an allen Werktagen außer montags zu besichtigen.

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