Die Geschichte der Autobahnkirche Exter

11.07.2010: ZDF-Gottesdienst Exter

Der schwebende Taufengel und der Altar. Foto: Thomas Ratzke

11.07.2010, 9.30-10. - Kirchengebäude ziehen uns magisch an. Sie sind Fixpunkte im Stadtbild und oft Wunderwerke der Baukunst ihrer Zeit. Kunst und Kultur vereinen sich in Ihnen mit der Architektur. An dieser Stelle erfahren Sie mehr über die Geschichte der Kirche.

Die Ev. Autobahnkirche Exter vereint zwei Geschichten und Funktionen in sich. 1666 wurde sie als Gemeindekirche des Ortes Exter, der sich kirchlich von der Muttergemeinde Stift Berg in Herford abspaltete, erbaut.

Der Turm, die Kanzel und die Emporenbrüstung sind noch original aus dem 17. Jahrhundert. Das alte Kirchenschiff, ein Fachwerkbau, musste wegen Baufälligkeit 1951 abgerissen werden.

Bei den Planungen für den massiven Neubau mit dem für die 1950er Jahre typischen Altarbogen und den bunten Glasfenstern kam der Gedanke auf, den Turm zu erhöhen und im Dunkeln anzustrahlen, damit Reisende von der Autobahn eingeladen werden, hier einen Moment der Einkehr zu finden.

Die Aufstockung des Turmes scheiterte am Denkmalschutz, aber die Beleuchtung und vor allem die Ausschilderung an der A 2 locken heute über 30.000 Gäste in die kleine Dorfkirche, die als Ursprung aller Autobahnkirchen gelten kann.

Eine umfassende Renovierung 2008 hat diese Funktion betont: Über den Turmeingang mit Informationen zur Kirche betritt man die Kirche auf einem roten Teppich, der zum schlichten Altartisch führt.

Der Heilandsruf am Altarbogen: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken“ (Matthäus 11, 28) wird durch das bunte Christusfenster unterstrichen.

Unter der Empore laden Büchertisch und ausgelegte Schriften zum Verweilen ein. Neben dem Anliegenbuch mit vielen Eintragungen von Dank und Bitten der Gäste können Kerzen an einem Leuchter entzündet werden, den ein Gemeindeglied in Handarbeit gefertigt hat.

Vor der Kirche, die vom Friedhof umgeben ist, erinnert ein armenischer Kreuzstein an die Opfer des Straßenverkehrs. Die regionale Notfallseelsorge feiert hier regelmäßig Gottesdienste.

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