Religion für Einstei - "Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind. Das sieht selbst der Petrus ein. Er sagt: ‚Ich lass gern euch rein. Ihr wart auf Erden schon die reinsten Engelein.‘" So reimte der Schlagerdichter Kurt Feltz. Sein Lied eignet sich besonders für feucht-fröhliche Anlässe. Über Jenseitsvorstellungen redet man heute nicht mehr mit dem bitteren Ernst, den frühere Generationen darauf verwandten.
Die Hölle hat viel von ihrem Grauen verloren, aber zugleich die Aussicht auf einen Platz im Himmel viel von ihrem Reiz. Der moderne Mensch lebt diesseitig. Er will sein Leben genießen. Ernsthafte Gedanken über den Tod machen sich allenfalls die wenigen, die ihn aus nächster Nähe erleben. Und selbst die wünschen sich meist, der Tod möge sie schnell und unerwartet treffen. Ein schneller Tod erspart nicht zuletzt alles Grübeln über das Danach.
Niemand weiß mit Bestimmtheit zu sagen, was uns nach dem Tod erwartet. Gleichwohl sind Jenseitsvorstellungen nicht das Produkt bloßer Spekulation. Sie geben auch Antworten auf Fragen, die einen im Diesseits bedrängen: Gibt es Gerechtigkeit? Wie weit reicht Gottes Vergebungsbereitschaft? Können selbst Gewaltverbrecher bei Gott Gnade finden? Überdies können Jenseitsvorstellungen Sterbende aufrichten und ihnen helfen, dem Schrecken des Todes standzuhalten, und Trauernden Mut geben.
Dass ein Mensch nach seinem irdischen Tod in irgendeiner Weise fortbesteht, glaubten die Menschen nicht zu allen Zeiten. So verkündet Psalm 104, 29 völlig illusionslos: Der Mensch zerfällt zu Staub, wenn Gott ihm den lebensspendenden Atem entzieht. Nach Psalm 116, 3 führen die Toten immerhin ein Schattendasein im unterirdischen Totenreich. Damit war kein Paradies gemeint, sondern ein Ort des Schreckens. Erst im dritten vorchristlichen Jahrhundert begannen die Menschen der Bibel, auf ein besseres Jenseits zu hoffen.
"...leuchten wie die Sterne"
So schreibt der Autor des biblischen Buches Daniel (12, 3): "Die Verständigen werden leuchten wie der Glanz des Himmels. Und die, welche den Weg zur Gerechtigkeit gewiesen haben, leuchten wie die Sterne immer und ewig." Gewissensqualen können einem Menschen das Sterben zur Hölle machen. Umgekehrt vermögen Menschen, die mit allem abgeschlossen haben, sehr friedlich vom Leben Abschied zu nehmen.
Vielleicht waren es solche Erfahrungen, die den Glauben an einen Himmel und eine Hölle beflügelten. Zu Jesu Lebzeiten glaubten die Menschen jedenfalls an eine ausgleichende Gerechtigkeit auch nach dem Tod. An diesen Glauben knüpft Jesus mit seinem Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus an (Lukas 16, 19-31). Im Gleichnis fährt der egoistische Reiche in die Unterwelt und erleidet Qualen. Unterdessen tragen Engel den armen Lazarus in Abrahams Schoß. Dem Gleichnis zufolge kommen also keineswegs alle Menschen in den Himmel.
Viele Menschen versuchen noch in den letzten Stunden ihres Lebens, offene Rechnungen zu begleichen. Ihnen fällt es schwer zu akzeptieren, dass sie nicht alles in ihrem Sinne regeln und abschließen können. Wer nie gelernt hat, Reue zu zeigen, wer sich nicht eingestehen kann, dass er auf Vergebung angewiesen ist, für den bleibt auch jene Lehre Jesu unklar, nach der Gott allen Bußfertigen ihre Schuld vergibt.
Neue Vorstellung vom Jenseits
Jesu Botschaft von der überwältigenden Güte Gottes beflügelte im Christentum eine neue Vorstellung vom Jenseits: den Glauben an die Allversöhnung. Der Theologe Origenes lehrte im dritten Jahrhundert: Am Ende aller Zeiten werde Gott selbst den Teufel mit sich versöhnen. Dieser Glaube an die Allversöhnung ist tröstlich, doch er wurde nie christliches Gemeingut. Das Urteil des Jüngsten Gerichtes liege allein in Gottes Hand, entschieden die Theologen. Kein Mensch dürfe sich das letzte Urteil über das Leben anderer Menschen anmaßen.
Bis zum letzten Atemzug nehmen Menschen in Gedanken, Hoffnungen und Gefühlen ihre nächsten Schritte vorweg. So erscheint uns selbst das Sterben als Übergang in einen anderen, ungewissen Zustand. Wie kaum ein anderer verstand sich der Theologe Martin Luther (1485-1546) darauf, Menschen auf ihrer letzten Reise zu trösten. Im Sermon von der Bereitung zum Sterben schreibt er:
"Der Weg des Sterbens ist wohl sehr eng, er ist aber nicht lang. Es geht hier zu, wie wenn ein Kind aus der kleinen Wohnung in seiner Mutter Leib mit Gefahr und Ängsten geboren wird in diesen weiten Himmel und Erde. Ebenso geht der Mensch durch die enge Pforte des Todes aus diesem Leben. Und obwohl der Himmel und die Welt, darin wir jetzt leben, als groß und weit angesehen werden, so sind sie doch gegen den zukünftigen Himmel so viel enger und kleiner, wie es der Mutter Leib gegen diesen Himmel ist."
Religion für Einsteiger ist eine Serie im evangelischen Monats-Magazin chrismon, in der Theologen einfache Fragen zur Religion einfach beantworten. Die gesamte Serie gibt es natürlich im gedruckten Magazin, aber auch auf der Internetseite von chrismon.





Kommentare
Kommen wir alle in den Himmel?
Dieser Artikel gibt eine gute Übersicht über die gestellte Frage. Es ist die gleiche Frage, mit der sich hier der Kreis Allversoehnung befasst. Nur modern und einfach formuliert. Aus dem erwähnten Lazarusgleichnis von Jesus läßt sich entnehmen, dass kein Mensch wie selbstverständlich nach dem Tod in den Himmel kommt. Fast normal ist der Aufenthalt zwischen Erde und Himmel, wo dem Menschen ohne Reue und Vergebung die Angst vor Strafe quält. Doch ohne Strafe entsteht kein Mitgefühl mit dem Bestraften, keine Reue des früheren Täters. Aus diesem Grunde schickt den Strafwürdigen der Herr des Zwischenreiches zurück zur Erde. Es ist ein heilsamer Aufenthalt, wenn er das Gefühl für die Zusammengehörigkeit aller weckt und dass nichts unbemerkt und ungesühnt bleibt.
Im nicht kanonisch gewordenen Thomasevangelium sagt Jesus bitter, die meisten Menschen würden aus ihrem Leben nichts lernen. Sie kämen "tot" ins Leben, "tot" zurück ins Jenseits. Gemeint ist, dass sie die Frage nach Gott ausklammern. Ob er wirklich " unser Vater" ist? Bei den heute recht häufigen Wiederbelebungsvorgängen bleiben die meisten auch ohne Berührung mit irgend einem Leben außerhalb unserer Erde. Nur bei einer kleinen Gruppe ab 5% ist das anders. Eine Person, die ich kannte, hat auf diese Weise jegliche Angst vor dem Tode verloren. Sie meinte, auch ohne Körper noch etwas erlebt zu haben.
Die meisten Schriften der Bibel befinden sich im Alten Testament. Die Juden wollten mit dem Totenreich nichts zu tun haben, weil sie mutmaßten, der Herr desselben sei ein zweiter Gott. Diese Mutmaßung ist aber nicht zwangsläufig richtig. Warum sollte der Schöpfergott nicht in allen Bereichen dienstbare Wesen eingesetzt haben?
Als Papst Johannes Paul II. gestorben war, vermied Kardinal Ratzinger, jetziger Papst Benedikt, jeglichen Hinweis auf eine Rückkehr in den Himmel des charismatischen Vorgängers. Kein Papst trägt den Schlüssel zum Himmel wenigstens für sich selbst immer mit sich. Die Entscheidung über die Himmelfahrt liegt wohl ausschließlich bei dem Herrn des Zwischenreiches, der für mich Jesus Christus heißt.
Kommen wir alle in den Himmel?
Dieser Artikel gibt eine gute Übersicht über die gestellte Frage. Es ist die gleiche Frage, mit der sich hier der Kreis Allversoehnung befasst. Nur modern und einfach formuliert. Aus dem erwähnten Lazarusgleichnis von Jesus läßt sich entnehmen, dass kein Mensch wie selbstverständlich nach dem Tod in den Himmel kommt. Fast normal ist der Aufenthalt zwischen Erde und Himmel, wo dem Menschen ohne Reue und Vergebung die Angst vor Strafe quält. Doch ohne Strafe entsteht kein Mitgefühl mit dem Bestraften, keine Reue des früheren Täters. Aus diesem Grunde schickt den Strafwürdigen der Herr des Zwischenreiches zurück zur Erde. Es ist ein heilsamer Aufenthalt, wenn er das Gefühl für die Zusammengehörigkeit aller weckt und dass nichts unbemerkt und ungesühnt bleibt.
Im nicht kanonisch gewordenen Thomasevangelium sagt Jesus bitter, die meisten Menschen würden aus ihrem Leben nichts lernen. Sie kämen "tot" ins Leben, "tot" zurück ins Jenseits. Gemeint ist, dass sie die Frage nach Gott ausklammern. Ob er wirklich " unser Vater" ist? Bei den heute recht häufigen Wiederbelebungsvorgängen bleiben die meisten auch ohne Berührung mit irgend einem Leben außerhalb unserer Erde. Nur bei einer kleinen Gruppe ab 5% ist das anders. Eine Person, die ich kannte, hat auf diese Weise jegliche Angst vor dem Tode verloren. Sie meinte, auch ohne Körper noch etwas erlebt zu haben.
Die meisten Schriften der Bibel befinden sich im Alten Testament. Die Juden wollten mit dem Totenreich nichts zu tun haben, weil sie mutmaßten, der Herr desselben sei ein zweiter Gott. Diese Mutmaßung ist aber nicht zwangsläufig richtig. Warum sollte der Schöpfergott nicht in allen Bereichen dienstbare Wesen eingesetzt haben?
Als Papst Johannes Paul II. gestorben war, vermied Kardinal Ratzinger, jetziger Papst Benedikt, jeglichen Hinweis auf eine Rückkehr in den Himmel des charismatischen Vorgängers. Kein Papst trägt den Schlüssel zum Himmel wenigstens für sich selbst immer mit sich. Die Entscheidung über die Himmelfahrt liegt wohl ausschließlich bei dem Herrn des Zwischenreiches, der für mich Jesus Christus heißt.
Kommen wir alle in den Himmel?
Dieser Artikel gibt eine gute Übersicht über die gestellte Frage. Es ist die gleiche Frage, mit der sich hier der Kreis Allversoehnung befasst. Nur modern und einfach formuliert. Aus dem erwähnten Lazarusgleichnis von Jesus läßt sich entnehmen, dass kein Mensch wie selbstverständlich nach dem Tod in den Himmel kommt. Fast normal ist der Aufenthalt zwischen Erde und Himmel, wo dem Menschen ohne Reue und Vergebung die Angst vor Strafe quält. Doch ohne Strafe entsteht kein Mitgefühl mit dem Bestraften, keine Reue des früheren Täters. Aus diesem Grunde schickt den Strafwürdigen der Herr des Zwischenreiches zurück zur Erde. Es ist ein heilsamer Aufenthalt, wenn er das Gefühl für die Zusammengehörigkeit aller weckt und dass nichts unbemerkt und ungesühnt bleibt.
Im nicht kanonisch gewordenen Thomasevangelium sagt Jesus bitter, die meisten Menschen würden aus ihrem Leben nichts lernen. Sie kämen "tot" ins Leben, "tot" zurück ins Jenseits. Gemeint ist, dass sie die Frage nach Gott ausklammern. Ob er wirklich " unser Vater" ist? Bei den heute recht häufigen Wiederbelebungsvorgängen bleiben die meisten auch ohne Berührung mit irgend einem Leben außerhalb unserer Erde. Nur bei einer kleinen Gruppe ab 5% ist das anders. Eine Person, die ich kannte, hat auf diese Weise jegliche Angst vor dem Tode verloren. Sie meinte, auch ohne Körper noch etwas erlebt zu haben.
Die meisten Schriften der Bibel befinden sich im Alten Testament. Die Juden wollten mit dem Totenreich nichts zu tun haben, weil sie mutmaßten, der Herr desselben sei ein zweiter Gott. Diese Mutmaßung ist aber nicht zwangsläufig richtig. Warum sollte der Schöpfergott nicht in allen Bereichen dienstbare Wesen eingesetzt haben?
Als Papst Johannes Paul II. gestorben war, vermied Kardinal Ratzinger, jetziger Papst Benedikt, jeglichen Hinweis auf eine Rückkehr in den Himmel des charismatischen Vorgängers. Kein Papst trägt den Schlüssel zum Himmel wenigstens für sich selbst immer mit sich. Die Entscheidung über die Himmelfahrt liegt wohl ausschließlich bei dem Herrn des Zwischenreiches, der für mich Jesus Christus heißt.