Struktur: Wer beteiligt wird, trägt gerne Verantwortung

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Strukturen - Auch Freikirchen haben Strukturen, in denen sich das Gemeindeleben und die Zusammenarbeit abspielt. Allerdings könnte die Art und Weise, wie sich die einzelnen evangelischen Freikirchen selbst organisieren, unterschiedlicher nicht sein.

Von Ralf Würtz

So regeln beispielsweise die einzelnen Evangelisch-Freikirchlichen-Gemeinden (Baptisten) ihre Angelegenheiten weitgehend selbständig. Dazu zählen Fragen des Gemeindelebens, Personalangelegenheiten und der Gemeindehaushalt. Die Gemeinden engagieren sich auf regionaler Ebene in Landesverbänden und auf überregionaler Ebene im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden.

Ähnliches findet sich auch bei den Mennoniten. Nach deren Glaubens- und Gemeindeverständnis gehört die letzte Souveränität den örtlichen Gemeinden. Übergeordnete Zusammenschlüsse finden sich nur in einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft (Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland AMG).

Ganz anders sieht es dagegen bei der Heilsarmee aus. Diese christliche Freikirche mit ausgeprägter sozialer Tätigkeit wird von einem General geleitet. Der General ist der Leiter der weltweiten Heilsarmee, die in 121 Ländern vertreten ist. Jedes Land (Territorium) hat einen Landesleiter, der die Geschicke der nationalen Heilsarmee leitet. Allen Leitern auf allen Ebenen stehen beratende Ausschüsse zur Seite. In den Heilsarmee-Ländern teilt sich die Arbeit auf in zwei Bereiche, den sozial-diakonischen Bereich (Heime und sozialtherapeutische Einrichtungen) und den evangelistisch-missionarischen Bereich, die sogenannte Gemeindearbeit. Die Gemeinden werden von Offizieren (Hauptamtliche mit einer Ausbildung in praktischer Theologie) geleitet. Die Mitglieder der Gemeinden sind Salutisten, Heilssoldaten und tragen im Einsatz die Uniform der Heilsarmee als ein sichtbares Zeichen ihres bekennenden Glaubens und ihrer tätigen Nächstenliebe.

In der Kirche des Nazareners liegt die Leitung der in der Hand von sechs General-Superintendenten. Diese werden alle vier Jahre vom Weltkirchenrat gewählt, bzw. in ihrem Amt bestätigt. Der Weltkirchenrat wird gebildet aus den Delegierten der Bezirkskirchentage. Die Gemeinde vor Ort setzt ihre Pfarrer und Prediger selbstständig ein.

Basisdemokratisch geht es bei der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zu. Das wichtigste Entscheidungsgremium ist hier die Jährliche Konferenz, die in jeder der drei Regionen (Nord, Ost und Süd) abgehalten wird. In ihr sind Laien und pastorale Mitglieder paritätisch vertreten. Den Jährlichen Konferenzen übergeordnet ist die alle vier Jahre tagende Zentralkonferenz.

Eine ähnliche Struktur hat der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden. Auch hier sind die Gemeinden in Distrikten und Regionen organisiert, denen als oberstes, jährlich tagendes Gremium die Bundeskonferenz vorsteht.

In den einzelnen Freikirchen nachgefragt, wie zufrieden man dort mit den eigenen Organisationsstrukturen ist, fällt das Ergebnis gemischt-positiv aus. Vor- und Nachteile gibt es in allen Strukturen. Die gemeinsame Stärke ist bei den Freikirchen die Beteiligung der Laien und der Hauptamtlichen an den Leitungs- und Entscheidungsvorgängen. Das fördert auch die Selbstverantwortung, denn wer beteiligt wird übernimmt gerne Verantwortung. 

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