Die Stuttgarter Schulderklärung (1945)

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Dokument - Vier Schriften haben sich als maßgebliche Pfeiler der evangelischen Kirche herauskristallisiert, die einen ständigen Platz im Gedächtnis der protestantischen Kirchenmenschen und Gläubigen haben. Sie sind Mahnung, Erinnerung, Anleitung und historische Dokumente. Auf sie kann jeder in der Kirche sich rückbesinnen, um die Frage zu beantworten: Wohinter kann meine Kirche nicht zurück?

ekd.de

Mit der Stuttgarter Schulderklärung von 1945 des Rates der EKD bat der Rat um einen Neubeginn nach dem Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg.

Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland begrüßt bei seiner Sitzung am 18. und 19. Oktober 1945 in Stuttgart Vertreter des Ökumenischen Rates der Kirchen:

Wir sind für diesen Besuch um so dankbarer, als wir uns mit unserem Volk nicht nur in einer großen Gemeinschaft der Leiden wissen, sondern auch in einer Solidarität der Schuld. Mit großem Schmerz sagen wir: Durch uns ist unendliches Leid über viele Länder und Völker gebracht worden. Was wir unseren Gemeinden oft bezeugt haben, das sprechen wir jetzt im Namen der ganzen Kirche aus: Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen uns an, daß wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.

Nun soll in unseren Kirchen ein neuer Anfang gemacht werden. Gegründet auf die Heilige Schrift, mit ganzem Ernst ausgerichtet auf den alleinigen Herrn der Kirche, gehen sie daran, sich von glaubensfremden Einflüssen zu reinigen und sich selber zu ordnen. Wir hoffen zu dem Gott der Gnade und Barmherzigkeit, daß Er unsere Kirchen als Sein Werkzeug brauchen und ihnen Vollmacht geben wird, Sein Wort zu verkündigen und Seinem Willen Gehorsam zu schaffen bei uns selbst und bei unserem ganzen Volk.

Daß wir uns bei diesem neuen Anfang mit den anderen Kirchen der ökumenischen Gemeinschaft herzlich verbunden wissen dürfen, erfüllt uns mit tiefer Freude.

Wir hoffen zu Gott, daß durch den gemeinsamen Dienst der Kirchen, dem Geist der Macht und der Vergeltung, der heute von neuem mächtig werden will, in aller Welt gesteuert werde und der Geist des Friedens und der Liebe zur Herrschaft komme, in dem allein die gequälte Menschheit Genesung finden kann.

So bitten wir in einer Stunde, in der die ganze Welt einen neuen Anfang braucht: Veni creator spiritus!

Stuttgart, den 19. Oktober 1945

Landesbischof D. Wurm
Landesbischof D. Meiser
Bischof D. Dr. Dibelius
Superintendent Hahn
Pastor Asmussen D. D.
Pastor Niemöller D. D.
Landesoberkirchenrat Dr. Lilje
Superintendent Held
Pastor Lic. Niesel
Dr. Dr. Heinemann

Kommentare

Verfasst von Gast am 26. Februar 2010 - 17:13.

Die Stuttgarter Schulderklärung (1945)

Ein Priester ist von Gott berufen worden, da er von Gott gerufen worden ist....

Ein Priester ist von Gott berufen worden, da er von Gott gerufen worden ist. Wenn Gott "gut" ist, kann also der Berufene kein Nazi sein, sondern ganz im Gegenteil. Ist Gott nicht "gut"? Da Gott allwissend ist, wusste er von vornherein, was auf diese Priester zukommt. Er wusste auch vorher bereits, dass seine Kirche im Verbrecherreich der Nazis versagen würde. Entweder, die Kirche gibt das Dogma von der Allwissenheit (Allmacht und Allgüte) endlich auf, so wie sie auch z.B. das Paradies, was in meiner Kindheit noch tatsächlich ehemals existent war, einfach aufgegeben hat, oder der Gott der Christen ist mitunter gemein und hinterhältig.

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 0:22.

Stuttgarter Schuldbekenntnis

Dieser Artikel ist massiv geschönt. Die versammelten Bischöfe und Pastoren...

Dieser Artikel ist massiv geschönt. Die versammelten Bischöfe und Pastoren unterzeichneten nur unter Druck von Visser t` Hooft . Die versammelten Herren waren alle noch tief im Nationalsozialismus und Antisemitismus verhaftet. Es bedurfte der Drohung die dringend notwendigen Hilfsgelder des Weltkirchenbundes würden bei Weigerung gesperrt. Beide Kirchen, die deutschen Christen wie die bekennende Kirche bedauerten die Niederlage des III.Reiches tiefstens. Von der grossen Schuld gegenüber dem Judentum war keine Rede.

Verfasst von www.uwelehnert.de am 12. Februar 2010 - 20:11.

Die Stuttgarter Schulderklärung

"Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi gegen den Geist...

"Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen uns an, daß wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben."

Obige Worte verharmlosen nicht nur die Schuld der Kirche, sondern verdrehen geradezu die Tatsachen. Weite Teile der offiziellen evangelischen Kirche haben große Schuld auf sich geladen. Hier z.B. ein unfassbar entlarvendes Dokument (eines unter vielen!) als Beleg für diese Behauptung, von jedermann nachprüfbar, auch im Internet über Google oder Yahoo. Aber keiner will es mehr wahrhaben.

Die evangelischen Landesbischöfe und Landeskirchenpräsidenten von Sachsen, Hessen-Nassau, Mecklenburg, Schleswig-Holstein, Anhalt, Thüringen und Lübeck stellten sich am 17.12. 1941 mit folgender Erklärung eindeutig hinter das nationalsozialistische Programm der Judenverfolgung:

»Die nationalsozialistische deutsche Führung hat mit zahlreichen Dokumenten unwiderleglich bewiesen, daß dieser Krieg in seinen weltweiten Ausmaßen von den Juden angezettelt ist. Als Glieder der deutschen Volksgemeinschaft stehen die unterzeichneten deutschen Evangelischen Landeskirchen und Kirchenleiter in der Front dieses historischen Abwehrkampfes, der unter anderem die Reichspolizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden als der geborenen Welt- und Reichsfeinde notwendig gemacht hat. Schon Dr. Martin Luther erhob nach bitteren Erfahrungen die Forderung, schärfste Maßnahmen gegen die Juden zu ergreifen und sie aus deutschen Landen auszuweisen. Von der Kreuzigung Christi bis zum heutigen Tage haben die Juden das Christentum bekämpft oder zur Erreichung ihrer eigennützigen Ziele missbraucht oder verfälscht. Durch die christliche Taufe wird an der rassischen Eigenart des Juden, seiner Volkszugehörigkeit und seinem biologischen Sein nichts geändert. Eine deutsche evangelische Kirche hat das religiöse Leben deutscher Volksgenossen zu pflegen und zu fördern. Rassejüdische Christen haben in ihr keinen Raum und kein Recht. Die unterzeichneten deutschen Evangelischen Kirchen und Kirchenleiter haben deshalb jegliche Gemeinschaft mit Judenchristen aufgehoben. Sie sind entschlossen, keinerlei Einflüsse jüdischen Geistes auf das deutsche religiöse und kirchliche Leben zu dulden.«

Mehr dazu und die Quellenangaben z.B. in dem Buch "Warum ich kein Christ sein will", 2009, S. 244ff.
http://www.amazon.de/Warum-kein-Christ-sein-will/dp/3939520705/ref=sr_1_...

www.uwelehnert.de

Verfasst von Gast am 4. Oktober 2009 - 10:24.

RE: Die Stuttgarter Schulderklärung (1945)

"Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi gegen den Geist...

"Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen uns an, daß wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben."

Gegen den Geist der Nazis hat selbst in der der Bekennenden Kirche nur eine Minderheit gekämpft. z.B. D. Bonhoeffer
Die Mehrheit hat sich damit begnügt die Einmischungen der Nazis in interne Kirchenangelegenheiten zu bekämpfen.
Viele Kämpfer der BK haben die Diktatur herbeigesehnt und die Machtübernahme der Nazis bejubelt.
Dazu gehören auch die Mitunterzeichner O. Dbelius und Lilje

Verfasst von Gast am 1. Oktober 2009 - 14:46.

RE: Die Stuttgarter Schulderklärung (1945)

Unter den evangelischen Christen, den Pastoren, aber auch den Kirchenführern...

Unter den evangelischen Christen, den Pastoren, aber auch den Kirchenführern hat es bekanntlich auch viele Nazianhänger gegeben. Warum klagen sich die Unterzeichner der Stuttgarter Schulderklärung, etwa Dr. Lilje, nicht einmal an, daß sie so laut über Hitler und seine Barbarei gejubelt haben. Das träfe die Historie etwas besser. Michael Schmidt Weiershausen

Verfasst von Gast am 3. November 2009 - 14:16.

RE: RE: Die Stuttgarter Schulderklärung (1945)

Nachtrag: Vielleicht hätten sie mehr klagen sollen, aber es konnten vielleicht...

Nachtrag: Vielleicht hätten sie mehr klagen sollen, aber es konnten vielleicht nicht alle zustimmen. Eine gemeinsame Erklärung ist auch immer ein Kompromiss.

Verfasst von Gast am 3. November 2009 - 14:14.

RE: RE: Die Stuttgarter Schulderklärung (1945)

Bitte auf das Datum der Erklärung schauen. Als Spätgeborener und die...

Bitte auf das Datum der Erklärung schauen.
Als Spätgeborener und die Hintergründe kennender Mensch kann man leicht mit dem Finger auf Andere zeigen. Natürlich gab es nicht nur die bekennende Kirche sondern auch die Deutschen Christen um Reichsbischof Müller die sogar Jesus "arisierten" (Quelle: Gedenkstätte deutscher Widerstand, Berlin)
Es ist doch schon bemerkenswert dass man Schuld eingesteht.
Die Angst vor dem Kommunismus führte natürlich dazu zwischen Pest (KPD) und Cholera (NS) oft die Cholera zu wählen, da man Anfangs geblendet wurde.
Was man danach über die Shoa etc. wusste, darüber möchte ich nicht urteilen.

JS

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