Menschen bei Krankheit heilen und begleiten

Diakonie - Krankheiten gehören zum Leben. Sie zeigen, dass Menschen nicht perfekt und vollkommen sind. Zugleich ist alles Bemühen darauf gerichtet, Krankheiten zu heilen oder zumindest die Folgen für die betroffenen Menschen tragbar zu machen. Die Diakonie will Betroffenen und ihren Angehörigen helfen: Auf der gesellschaftlich-politischen Ebene, aber auch ganz praktisch in Angeboten vor Ort.

Sarika Dietermann

Evangelischer Krankenhausverband

Im Deutschen Evangelischen Krankenhausverband sind die mehr als 370 evangelischen Krankenhäuser und auf dem Gesundheitsgebiet tätige evangelische Organisationen zusammengeschlossen. Er ist ein Fachverband im Diakonischen Werk der EKD, unterhält rund 70.000 Betten und beschäftigt über 115.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In den Evangelischen Krankenhäusern werden im Jahr rund zwei Millionen Patientinnen und Patienten behandelt.

Häusliche Pflege - ambulante Dienste

Selbständigkeit bewahren: zu Hause in der vertrauten Umgebung leben oder nach einem Krankenhausaufenthalt wieder nach Hause zurückgehen zu können - die Diakoniestationen und ambulanten Pflegedienste helfen, dass dies möglich ist.

Diakoniestationen und ambulante Pflegedienste bieten Pflege, Betreuung und Beratung in den eigenen Wohnungen nach Bedarf, auch mehrmals täglich. Bundesweit sind mehr als 28.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Sie arbeiten mit den Hausärzten, Kranken- und Pflegekassen, dem medizinischen Dienst, den Sozialhilfeträgern, Krankenhäusern sowie vielen weiteren Einrichtungen und Diensten eng zusammen.

Die Diakoniestationen und ambulanten Pflegedienste bieten verschiedene Unterstützungsangebote und Dienstleistungen an:

• Beratung über Hilfemöglichkeiten/Vermittlung von weiteren Dienstleistungsangeboten
• Häusliche Pflege (Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege)
• ambulante gerontopsychiatrische und psychiatrische Pflege
• Beratung über Hilfsmittel zur Pflege und Wohnraumanpassungsmaßnahmen
• Kurse und Beratungsangebote für pflegende Angehörige
• Anleitung von pflegenden Angehörigen in den eigenen Wohnungen
• Familienpflege bei Krankheit der Mutter
• Mahlzeitendienste/Essen auf Rädern
• Unterstützung im Haushalt und beim Einkaufen

Die Diakoniestationen und ambulanten Pflegedienste der Gemeinden informieren gerne über ihre Angebote. Adressen von Einrichtungen in Ihrer Nähe nennen Ihnen die Diakonischen Werke Ihrer Landeskirchen.

Hospizarbeit

Die Hospizbewegung setzt sich dafür ein, sterbende Menschen in der letzten Phase zu begleiten und deren Angehörige zu entlasten. Sie wollen den Tod weder beschleunigen noch hinauszögern. Ziel ist, dass Menschen ihren letzten Lebensabschnitt in der ihnen angemessenen Weise gestalten und menschenwürdig sterben können. Voraussetzung ist eine angemessene Pflege und eine Gemeinschaft von Menschen, die sich der Bedürfnisse der Sterbenden und ihrer Angehörigen verständnisvoll annimmt.

Geborgenheit für sterbende Menschen

Über 1.200 Hospizdienste und -initiativen in Deutschland bieten ihre ambulanten Hilfen an. Sie begleiten unheilbar kranke, sterbende Menschen zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung. Wenn der sterbende Mensch keine Angehörigen hat oder die Versorgung zu Hause nicht möglich ist, kann es notwendig sein, ein stationäres Hospiz in Anspruch zu nehmen.

Stationäre Hospize, von denen es etwa 130 in Deutschland gibt, sind kleine Einrichtungen, die durch Orden, konfessionelle Krankenhäuser oder (gemeinsam) von Diakonie und Caritas getragen werden.

Immer mehr Krankenhäuser und Einrichtungen der stationären Altenhilfe öffnen sich der Hospizbewegung. Krankenhäuser bieten mit ihren sogenannten Palliativstationen, von denen mittlerweile deutschlandweit etwa 120 existieren, unheilbar kranken Patientinnen und Patienten eine hochqualifizierte Schmerzbehandlung sowie psychosoziale Begleitung.

Neben den professionellen Helferinnen und Helfern sind auch für stationäre Hospize ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unverzichtbar. Sie bewirken die persönliche Atmosphäre, entlasten die Hospizgäste und sind häufig das Bindeglied zwischen den schwerstkranken Menschen und deren Angehörigen.

Weitere Informationen über die Hospizarbeit sowie Adressen von ambulanten Hospizdiensten, stationären Hospizen und Palliativstationen sowie Informationen zur Fort- und Weiterbildung Ehrenamtlicher erhalten Sie bei den Diakonischen Werken der Landeskirchen über die jeweiligen Hospizreferate oder über das Arbeitsfeld Hospiz und Palliative Care im Diakonischen Werk der EKD in Berlin.

Arbeitskreis Hospiz

1995 wurde der Arbeitskreis Hospiz in der Diakonie gegründet. Er fördert die Hospizbewegung in Kirche und Diakonie und setzt sich für notwendige sozialpolitische Rahmenbedingungen ein. Der Arbeitskreis entwickelt Schwerpunkte für Qualitätsstandards im Bereich der Fort- und Weiterbildung Ehrenamtlicher und gibt Anstöße zur besseren Integration von Hospizarbeit in bestehende Einrichtungen der Diakonie, zum Beispiel in Krankenhäusern und Altenheimen.

Er setzt sich zusammen aus den Hospizbeauftragten der 24 landeskirchlichen Diakonischen Werke und den Referentinnen und Referenten der Fachverbände, zu deren Arbeitsbereich die Sterbebegleitung gehört: Deutscher Evangelischer Krankenhausverband, Deutscher Evangelischer Verband für Altenarbeit e.V., Evangelischer Fachverband für Kranken- und Sozialpflege e.V., Evangelischer Fachverband für ambulante Pflege, Johanniter-Unfallhilfe e.V..

Sucht

Sucht hat weit reichende Folgen und Auswirkungen. Man riskiert die Gesundheit, die Persönlichkeit verändert sich. Langfristig sind Süchtige einsam und isoliert. Schulden und Auswirkungen auf die Familie entstehen, denn Sucht betrifft immer auch die Umgebung. Wer abhängig ist, steckt in einem Teufelskreis und braucht Hilfe.

Als bundesweiter Fachverband macht der Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe im Diakonischen Werk der EKD seit über 40 Jahren Sucht zum Thema. Diakonische Suchtkrankenhilfe ist Information, Vorbeugung, Früherkennung, Beratung, Behandlung und Selbsthilfe.

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