Diakonie - Die Menschen werden immer älter. 80 und mehr Jahre alt zu werden, ist heute keine Seltenheit mehr. Auf der einen Seite ist das schön, andererseits geht das hohe Alter oft mit wachsenden Einschränkungen oder gar Pflegebedarf einher. Was tun, wenn die Kräfte nachlassen? Die Diakonie setzt sich als Anwalt und mit eigenen Angeboten für alte Menschen ein.
Mit zunehmendem Alter wird zum Glück vieles einfacher, aber einiges auch wesentlich schwieriger. Man blickt auf ein Leben voller Erfahrungen zurück, schlägt nicht jeden Purzelbaum der Gesellschaft mit und hat zu vielen Dingen des Alltages einen wohltuenden Abstand. Doch vorbei ist auch die Unbekümmertheit der Jugend, der Tatendrang beim Aufbau der Familie. Tägliche Sorgen gibt es auch jetzt und sie sind teilweise nicht aus eigener Ktraft zu meistern. Was ist, wenn auch die eigene Familie nicht in der Lage ist, zu helfen oder diese Unterstützung nicht leisten will?
Viele alte Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen Wänden bleiben. Doch mit zahlreicher werdenden Beschwerden und Einschränkungen wünschen sie sich, bei größtmöglicher Selbständigkeit in einem Wohn- oder Pflegeheim zu leben. Um den ganz unterschiedlichen Bedürfnis- und Lebenslagen gerecht zu werden, bietet die Diakonie ein breites Hilfsangebot für alte Menschen und ihre Angehörigen: von der offenen Altenarbeit über ambulante Hilfe bis hin zu Altenwohnungen mit altersgerechter Ausstattung, betreutem Wohnen, Kurzzeitpflege, Tagespflegeangeboten, Altenheimen und Pflegeeinrichtungen. Dabei werden auch die Einrichtungen für Altenwohnungen und Altenwohnheime immer mehr zu Stätten des “betreuten Wohnens“, wo die Angebote zur Versorgung und Pflege je nach Bedürfnis in Anspruch genommen werden können.
Stationäre und ambulante Altenhilfe
Die Diakonie unterhält mehr als 2.400 Heime und andere stationäre Einrichtungen der Altenhilfe. Für die Pflege, Betreuung und Versorgung alter und kranker Menschen hat die Diakonie ein einheitliches Qualitätsprofil mit einem Prüfsiegel entwickelt. Zu den wichtigsten Merkmalen diakonischer Pflege gehört der menschenwürdige Umgang mit den Betroffenen und ihren Angehörigen.
Ambulante Pflegedienste versorgen alte und kranke Menschen in ihren eigenen vier Wänden und unterstützen sie dabei, selbständig zu bleiben. Sie bieten Pflege, Betreuung und Beratung zu Hause, nach Bedarf auch mehrmals täglich. Die Diakoniestationen berücksichtigen bei ihrer Arbeit die individuelle Situation jedes Einzelnen und seines sozialen Umfeldes.
Offene Altenarbeit
Ihr Ziel ist es, ältere Menschen darin zu unterstützen, ihre Selbständigkeit bis ins hohe Alter zu bewahren. Das Spektrum der Angebote ist vielfältig: Seniorengruppen wie Erzählcafés, Gesprächskreise und Selbsthilfegruppen. In Seniorenbüros finden Ältere neue Aufgabengebiete, Hobbys und Weiterbildungsmöglichkeiten.
Die Angebote der offenen Altenarbeit erfüllen eine doppelte Funktion: Zum einen können sie von älteren Menschen einfach genutzt werden, zum anderen aber bieten alle die Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Zum Beispiel in der Telefonseelsorge, der Hausaufgabenbetreuung oder bei Großmütterdiensten.
Evangelisches Seniorenwerk
Das evangelische Seniorenwerk vertritt die Anliegen der älteren Menschen in Kirche, Staat und Gesellschaft. Ältere Menschen finden dort Rat und Hilfe. Außerdem entwickelt es Hilfen für ehrenamtliche Mitarbeit in der Altenarbeit. Das Seniorenwerk organisiert Seniorentage und -reisen, Bibelwochen, Seniorentreffs zum Erfahrungsaustausch, Gottesdienste und verschiedene Gemeindeveranstaltungen.
Mitglied im Evangelischen Seniorenwerk können Frauen und Männer im Ruhestand sowie Seniorenvereinigungen werden. Sie haben dort Gelegenheit, eigene Fähigkeiten einzubringen und sich an den Angeboten des Seniorenwerks zu beteiligen.
Hospizbewegung und Sterbebegleitung
"Alle schwerstkranken und sterbenden Menschen sollten bis zuletzt möglichst ohne Schmerzen, gut versorgt und menschlich begleitet in Würde leben und auch sterben können", so Pfarrer Alexander Brodt-Zabka, der in Berlin beim Diakonischen Werk der EKD in diesem Bereich arbeitet. Voraussetzung dafür ist eine angemessene Pflege und eine Gemeinschaft von Menschen, die sich der Bedürfnisse der Sterbenden und ihrer Angehörigen verständnisvoll annimmt. Von den 140 stationären Hospizen in Deutschland befinden sich 40 in vollständiger oder Mitträgerschaft der Diakonie.
Herausforderungen des demographischen Wandels
Derzeit sind in Deutschland 2,25 Millionen Menschen pflegebedürftig. Etwa 32 Prozent der hilfebedürftigen alten Menschen werden über Pflegeheime versorgt, die überwiegende Mehrheit aber wird zu Hause betreut. Häufig übernimmt die Familie die Pflegeleistungen. Demografen sind sich einig, dass die Zahl der Pflegebedürftigen stark ansteigen wird. Sie schätzen, dass es 2030 etwa 3,1 Millionen Pflegebedürftige geben wird. Die Diakonie setzt sich deshalb dafür ein, die Karriere- und Ausbildungsmöglichkeiten in der Pflege zu verbessern, um sich auf die wachsenden Aufgaben vorzubereiten
Weiterführende Links
Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Altenarbeit (EAfA)
Evangelisches Seniorenwerk
www.evangelisches-seniorenwerk.de
Häusliche Pflege und ambulante Dienste und stationäre und offene Altenhilfe
auf den Seiten der Diakonie
Deutscher Evangelischer Krankenhausverband e.V.
www.dekv-ev.de
Arbeitsgemeinschaft für evangelische Schwerhörigenseelsorge e.V.
www.afess.de
Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Gehörlosenseelsorge (DAFEG)
www.dafeg.de
Infos zur Christlichen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung. Handreichung und Formular der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland in Verbindung mit den weiteren Mitglieds- und Gastkirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (PDF-Download)




