Ministerpräsident Albig: Verfassung ohne Gott "unvorstellbar"

Der schleswig-holsteinische Landtag hat erneut kontrovers über die Aufnahme eines Gottesbezugs in die Landesverfassung diskutiert. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sagte am Mittwoch im Kieler Parlament, eine Verfassung ohne Gott sei für ihn "unvorstellbar".

Rund 60 Prozent der Menschen in Schleswig-Holstein seien Kirchenmitglieder. Das Land brauche "eine Verfassung, die zu diesem Glaubens- und Wertegerüst passt". Im nördlichsten Bundesland gehört mehr als die Hälfte der Bevölkerung der evangelischen Kirche an, rund sieben Prozent sind katholisch.

Auch CDU-Fraktionschef Johannes Callsen warb für den Gottesbezug. FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki (FDP) sagte hingegen, es gebe "keine höhere sittliche Reife" bei denen, "die Gott vor sich hertragen". Gott gehöre nicht in die Verfassung, sondern "ins tägliche Leben". Bei den Grünen wurden unterschiedliche Meinungen geäußert. Das Parlament entscheidet voraussichtlich im Herbst über die Aufnahme der Formulierung "in Verantwortung vor Gott und den Menschen". Notwendig ist eine Zweidrittelmehrheit von 46 der 69 Abgeordneten.