Theologe: Starker Zulauf für Open-Air-Gottesdienste

Open-Air-Gottesdienst zu Himmelfahrt im Berliner Wedding

Foto: epd-bild / Rolf Zöllner

Himmelfahrt ist bundesweit der Auftakt zu zahlreichen Open-Air-Gottesdiensten in der evangelischen Kirche.

Viele Gemeinden feierten dann unter freiem Himmel im Wald, im Watt oder auf den Almwiesen, sagte der Leiter des Hildesheimer Zentrums für Gottesdienst und Kirchenmusik der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Jochen Arnold, im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst.

Trotz der starken Konkurrenz, etwa des zeitgleichen Vatertages an Himmelfahrt, kommen laut einer EKD-Studie immer mehr Menschen zu den Gottesdiensten auf der grünen Wiese.

"Es ist gut, wenn die Kirche gelegentlich ihre angestammten Orte verlässt"

"Es ist gut, wenn die Kirche gelegentlich ihre angestammten Orte verlässt und ihre Präsenz in der Welt sichtbar wird", sagte Arnold. Besonders für Familien seien die Open-Air-Gottesdienste attraktiv: "Sie sind anders, niedrigschwelliger und musikalisch abwechslungsreicher." Umfragen zeigten, dass besonders Männer die Gottesdienste in der freien Natur schätzen.



Zu den großen Open-Air-Gottesdiensten kämen zuweilen mehr als 100.000 Menschen zusammen, etwa beim Abschlussgottesdienst des Deutschen Evangelischen Kirchentags. "Solche Feiern werden dann durch ein Ereignis oder Thema bestimmt und schaffen ein starkes Gemeinschaftsgefühl", sagte Arnold.

Besonders deutlich sei dies 2009 bei der Trauerfeier für den Fußball-Nationaltorwart Robert Enke gewesen. Etwa 35.000 Menschen hatten dabei im Stadion von Hannover 96 Abschied von dem Sportler genommen, dessen Sarg im Mittelkreis des Spielfelds aufgebahrt war. Der Fußball-Profi, der jahrelang an Depressionen litt, hatte sich im Alter von 32 Jahren das Leben genommen.

Auch beim jährlichen "MOGO", dem Motorradgottesdienst in und um den Hamburger Michel, feierten die Menschen unter freiem Himmel. In der Kirche mit rund 2.500 Plätzen sei nicht genug Raum für die mehr als 30.000 Teilnehmer.

Entscheidend für eine gelungene Open-Air-Veranstaltung ist Arnold zufolge vor allem, dass erkennbar ein Gottesdienst gefeiert wird. "Das muss auch dem Letzten in der äußersten Ecke des Marktplatzes oder der Wiese sofort deutlich sein." Dazu gehöre auch, dass in der Predigt die Menschen mit ihren Fragen und ihrem Alltag vorkommen.

aus dem chrismonshop

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