Transfair will bessere Bedingungen bei der Textilherstellung

Transfair will bessere Bedingungen bei der Textilherstellung
Ein Jahr nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch will der Verein Transfair einen neuen Standard für fair gehandelte Kleidung entwickeln.

Von den verbesserten Produktionsbedingungen sollten neben den Baumwollbauern auch die Beschäftigten in den Textilfabriken profitieren, sagte der Vorstandsvorsitzende des gemeinnützigen Vereins, Heinz Fuchs, am Dienstag in Bonn. Dabei hoffe Transfair auf staatliche Unterstützung, vor allem durch das Bundesentwicklungsministerium. Bislang gilt das Fair-Handels-Siegel für Textilien ausschließlich für die Baumwollproduktion.

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Der faire Handel in Deutschland verzeichnete im vergangenen Jahr erneut ein starkes Umsatzplus, zum zwölften Mal in Folge, wie Transfair-Geschäftsführer Dieter Overath sagte. Der Absatz von Waren mit Transfair-Siegel sei 2013 um 23 Prozent gestiegen zu einem Umsatz von 654 Millionen Euro.

Das stärkste Plus verzeichnete der Absatz von Bananen, der um 50 Prozent auf knapp 32.000 Tonnen anstieg. Auch der Verkauf von Rosen nahm mit 323 Millionen Stielen um mehr als ein Viertel (26 Prozent) zu. "Jede vierte in Deutschland verkaufte Rose ist mittlerweile eine Fairtrade-Rose", sagte Overath. Stärkstes Produkt sei nach wie vor Kaffee, dessen Absatz um 20 Prozent auf rund 11.000 Tonnen stieg.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) setzt sich für Mindeststandards in der Textilindustrie und ein neues Siegel ein. Ende April traf er sich mit Vertretern von Textilindustrie, Handel, Gewerkschaften und Arbeitsrechtsinitiativen. Fuchs betonte, die Mindestlöhne in den Produktionsländern reichten oft nicht aus. Man müsse sich für existenzsichernde Löhne einsetzen. Bei dem Einsturz der Rana-Plaza-Textilfabrik am 24. April 2013 in Bangladesch waren mehr als 1100 Beschäftigte gestorben. Es war das schwerste Fabrikunglück in der Geschichte Bangladeschs, wo viele Firmen aus aller Welt nähen lassen.

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Transfair ist eine unabhängige Siegel-Initiative, die nicht selbst mit Waren handelt, sondern ihr Siegel für fair gehandelte Produkte an insgesamt rund 280 Firmen vergibt. Der Verein wird von 36 Mitgliedsorganisationen getragen, darunter Kirchen, Umwelt- und Verbraucherschutzverbände.