Bundespräsident Gauck eröffnet documenta

Bundespräsident Joachim Gauck hat am Samstag die Kunstausstellung documenta in Kassel eröffnet. Zwar könne die Kunst der Politik keine Handlungsanweisungen geben, sie zeige aber, dass es nicht nur die Kategorie der Nützlichkeit sei, die den Menschen ausmache, sagte Gauck bei der Eröffnung der dOCUMENTA (13). Der Bundespräsident ließ sich von der künstlerischen Leiterin, Carolyn Christov-Bakargiev, durch die Ausstellung führen.

Besonders beeindruckt zeigte sich Gauck von einer Installation des Künstlers Thomas Bayrle. Dieser lässt zum Lärm von Flugzeugmotoren und zu schwenkenden Autoscheibenwischern Gebete in verschiedenen Sprachen ertönen. "Das ist eine interessante Verbindung von Maschinen mit der geistlichen Dimension", sagte der Bundespräsident. Mit dieser Installation könne insbesondere jüngeren Besuchern die alte mönchische Maxime des "ora et labora" (bete und arbeite) anschaulich nahegebracht werden.

Insgesamt sei er von der "unglaublich eindrucksvollen Führung durch verschiedene Welten der Kunst" sehr angetan, resümierte Gauck gegen Ende seines Besuchs in Begleitung seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt. Auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (beide CDU) nahmen an der Eröffnung teil. "Die documenta gibt Anstöße für die Besucher, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen, selbst wenn sie für uns manchmal unbequem oder irritierend sein können", sagte Bouffier.

Auf der documenta stellen 100 Tage lang knapp 300 Teilnehmer ihre Arbeiten aus, neben Künstlern sind bei der diesjährigen Schau auch Wissenschaftler vertreten. Die internationale Kunstausstellung wird alle fünf Jahre veranstaltet. 2007 kamen rund 750.000 Besucher zur "documenta 12", die Leiterin Christov-Bakargiev erwartet in diesem Jahr ebenso viele.