Diakonie wirbt für sozialeres Europa

Heribert Prantl

Foto: dpa/Alessandra Schellnegger

Heribert Prantl

Der Journalist und Buchautor Heribert Prantl hat auf der Europakonferenz der Diakonie Deutschland in Berlin für ein sozialeres Europa geworben. Prantl sagte am Dienstag, die aktuelle Europapolitik leide an zu wenig Demokratie und sei unsozial: "Die Menschen in Europa wollen spüren, dass diese EU für sie da ist und nicht zuvorderst für Banken und den internationalen Handel."

Erst eine kluge Sozialpolitik mache aus einem europäischen Staatsgebilde, "aus der etwas sperrigen EU, die immer noch zu sehr Wirtschaftsgemeinschaft ist, eine Heimat für die Menschen, die darin leben". Prantl ist Mitglied der Chefredaktion der "Süddeutschen Zeitung" und Leiter des Ressorts Meinung.

Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, sagte, eine europäische Identität abseits von Ideen der Konkurrenz und des Nationalismus entstehe nur dort, wo Menschen Solidarität und Gerechtigkeit erleben. Bei der Tagung stand die "Diakonie-Charta für ein soziales Europa" im Mittelpunkt. Das derzeitige "Fremdeln" mit der europäischen Idee sei Folge "der sehr realen Spaltung" der europäischen Gesellschaften in sogenannte Globalisierungsgewinner und Globalisierungsverlierer, betonte Loheide.