UN alarmiert über mögliche Giftgasattacke in Syrien

Weißhelme berichten über Hunderte Opfer in Duma
Sanitäter mit Kleinkindnach Giftgasangriff

Foto: Weißhelme Videostandbild/AP/dpa/

Sanitäter, der ein Kleinkind medizinisch versorgt und ihm ein Beatmungsgerät über den Mund hält. Hilfsorganisationen berichteten in der Nacht zum 08.04.2018 von einem mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen und einem Hubschrauber, der eine Fassbombe mit Chemikalien über der Stadt Duma abgeworfen hat.

Ein möglicher neuer Giftgasangriff der syrischen Regierungstruppen alarmiert die Vereinten Nationen. Die Berichte über das Massaker in der Rebellenstadt Duma seien abscheulich, erklärte UN-Generalsekretär António Guterres am Sonntag in New York. Falls die Informationen zutreffen sollten, müsse der Tathergang untersucht werden.

Bei dem Angriff am Samstag mit Chemiewaffen wurden nach Angaben von Hilfsorganisationen Dutzende Zivilpersonen getötet. Hunderte weitere Menschen seien bei der Attacke im Gebiet Ost-Ghuta verletzt worden, teilte die syrische Zivilschutzorganisation Weißhelme mit.

Die medizinische Hilfsorganisation UOSSM sprach von 500 Verletzten, viele der Opfer seien Kinder. Ganze Familien seien in ihren Häusern und Schutzräumen erstickt. Die Zahl der Opfer steige unaufhörlich an. Nach Angaben der Weißhelme stehen in Duma keine Gesundheitseinrichtungen mehr zur Verfügung. Die Weißhelme veröffentlichten Fotos der mutmaßlichen Opfer. Angaben der beiden Organisationen lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Das Regime des syrischen Machthabers Baschar al-Assad bestritt den Angriff. Den Weißhelmen zufolge warf ein Helikopter der Regierungstruppen über Duma eine mit chemischen Kampfstoffen gefüllte Fassbombe ab. In der Vergangenheit machten Experten der Vereinten Nationen das Regime wiederholt für Giftgasattacken verantwortlich.

In Syrien kämpfen Assad-Truppen, oppositionelle Rebellen und Terrorgruppen gegeneinander. Dabei wird die syrische Regierung von Russland, dem Iran und der libanesischen Hisbollah-Miliz unterstützt. Seit Beginn der Gewalt im März 2011 wurden Hunderttausende Menschen getötet.