US-Pastor wegen Betrugs und Geldwäsche angeklagt

Die US-Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Betrugs und Geldwäsche gegen den Megakirchenpastor Kirbyjon Caldwell aus Houston erhoben. Er und ein mitangeklagter Anlageberater aus Louisiana hätten mehr als eine Million Dollar verdient durch den Verkauf wertloser Wertpapiere, lautet der Vorwurf. Der Methodist Caldwell gilt als Prediger des sogenannten Wohlstandsevangeliums, dem zufolge Gott Gläubige mit materiellen Gütern segnet.

Wie die Zeitung "Houston Chronicle" am Freitag (Ortszeit) berichtete, wies Caldwells Anwalt die Anklage zurück. Sein Mandant habe im "absoluten Glauben" gehandelt, die Käufer würden von den Geschäften profitieren, erklärte er. Caldwell ist Pastor der "Windsor Village United Methodist"-Kirche in Houston, die nach eigenen Angaben 16.000 Mitglieder zählt und eine der größten Gemeinden in den USA ist.

In der Anklageschrift heißt es, Caldwell und der Anlageberater hätten Wertpapiere verkauft, die in China in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ausgestellt worden seien und heute keinen Wert besäßen. Caldwell habe seinen Einfluss als Pastor genutzt, um Investoren zu ködern. Mit den Erträgen hätten die beiden unter anderem Kreditkartenschulden bezahlt und Autos gekauft. Den Beschuldigten drohen bei bis zu 30 Jahren Gefängnis.


"Gott hat ein erfolgreiches Leben in absolutem Überfluss versprochen", auch in finanzieller Hinsicht, schrieb Caldwell in seinem Buch "The Gospel of Good Success" (Das Evangelium des guten Erfolges). Der Prediger steht angeblich dem in Houston lebenden früheren US-Präsidenten George W. Bush nahe. Caldwell hatte bei dessen Amtseinführung das Gebet gesprochen.