Theologin: Osterlieder stiften zu Auferstehungsglauben an

Die evangelische Theologin Ursula Roth hat die Bedeutung von Osterliedern für den Auferstehungsglauben betont. "Osterlieder tragen Auferstehungshoffnung weiter, jenseits des theologischen Arguments und jenseits der intellektuellen Auseinandersetzung", sagte sie dem Magazin "zeitzeichen" (April).

Osterlieder können ihrer Meinung nach "generationsübergreifende Gewissheit" geben und zu einem "fröhlichen, hoffnungsvollen Auferstehungsglauben" anstiften. Wenn sie "Christ ist erstanden" singe, vergegenwärtige sie eine "Glaubensgewissheit, die über Generationen als Trost und Ermutigung" wahrgenommen worden sei, sagte die Theologin aus Frankfurt am Main. Beim Nachdenken über den Auferstehungsglauben dürfe die emotionale Wirkung von Ostergeschichten, Osterliedern und Ostergedichten nicht vernachlässigt werden. 


Sie selbst werde in ihrem Alltag vor allem auf Beerdigungen mit dem Auferstehungsglauben konfrontiert, sagte Roth. "Leider erlebe ich immer wieder, dass die Auferstehungsbotschaft auf dem Friedhof als reine Behauptung präsentiert und dabei wie ein Faktum vorausgesetzt wird." Dass die Auferstehungsbotschaft eine Verheißung enthalte und Hoffnung wecken könne, komme dabei mitunter zu kurz. "Trost stiftet eine derart gesetzliche Rede von der Auferweckung wohl eher nicht", bemängelte Roth. Sie ist Professorin für Praktische Theologie an der Universität Frankfurt.