Nach Klinik-Angriff in Afrin: Bundesregierung zum Handeln aufgerufen

Nach dem Angriff auf ein Krankenhaus im syrischen Afrin haben Menschenrechtler Bundesregierung und Nato zum Handeln aufgerufen.

Deutschland und die Nato-Staaten müssten ein sofortiges Ende der Kriegsverbrechen ihres Nato-Partners Türkei verlangen, forderte die Gesellschaft für bedrohte Völker am Samstag in Göttingen. "Es kann nicht sein, dass die Nato die Aushöhlung des humanitären Völkerrechts fördert, das ausdrücklich den Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten vorsieht", erklärte der Direktor der Organisation, Ulrich Delius. 

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte griffen türkische Flugzeuge und Truppen am Freitag das einzige Krankenhaus in Afrin an. Dabei seien mindestens 16 Menschen getötet worden, darunter zwei Schwangere. Die Zahl der Todesopfer werde vermutlich noch steigen, weil zahlreiche Verletzte in einem kritischen Zustand seien.


In der Region Afrin in Nordsyrien gehen Einheiten der türkischen Armee gegen kurdische Milizen vor, die von den USA Hilfe erhalten. Nach UN-Angaben behindern kurdische Kämpfer Zivilisten an der Flucht aus der Stadt Afrin. Laut der Weltgesundheitsorganisation haben die Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen im Syrienkrieg seit Beginn des Jahres zugenommen. Im Januar und Februar seinen Krankenhäuser, medizinisches Personal und Krankenwagen 67 Ziel von Anschlägen gewesen. 2017 gab es davon insgesamt 112.