17 Tote bei Massaker in Schule in Florida

Foto: krockenmitte/photocase.de
17 Tote bei Massaker in Schule in Florida
Wieder ein Massaker an einer Schule in den USA: Bei einem Angriff auf eine Highschool in Florida hat ein 19-Jähriger mindestens 17 Menschen erschossen.

Am Mittwochabend deutscher Zeit hat ein Angreifer mit einem Gewehr bewaffnet an der "Marjory Stoneman Douglas"-Highschool in Süd-Florida mindestens 17 Menschen erschossen und weitere verletzt. Die Washington Post berichtete, dass ein 19-jähriger ehemaliger Schüler verhaftet wurde, dem die Tat zur Last gelegt wird. Der mutmaßliche Täter war ersten Berichten zufolge zuvor von der Schule suspendiert worden. Laut Washington Post war seine Adoptivmutter im vergangenen Herbst gestorben, der mutmaßliche Täter lebte seitdem bei einer befreundeten Familie. Die Waffe, mit der er verhaftet wurde, hatte der Schüler schon länger legal besessen.

"Dies ist das absolut pure Böse", sagte Floridas Gouverneur Rick Scott am Abend nach dem Massaker. Auch US-Präsident Trump äußerte sich und bot den Opfern seine Gebete und Beileid an.

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CNN zufolge gingen Polizisten die Schule Raum für Raum durch, um sie zu durchsuchen und verbarrikadierte Schüler zu evakuieren. Lehrer und Schüler waren dazu aufgerufen, ihre Klassenräume nicht eigenständig zu verlassen. Das ist in vielen Schulen in den USA inzwischen das Standard-Vorgehen im Falle eines Angriffs oder Amoklaufes. An der Stoneman High School wurden im Schuljahr 2015/2016 mehr als 3.000 Schüler unterrichtet, berichtete die Washington Post. Die Schule bleibt bis Ende der Woche geschlossen.

Der Schulbezirk gab auf seinem Twitteraccount @browardschools regelmäßige Aktualisierungen zur Lage und schickte auch "Gedanken und Gebete" für die Opfer und die Gemeinde rund um die Schule.

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Das Massaker in Parkland, Florida, ist mindestens der sechste Vorfall allein in diesem Jahr, bei dem an einer Schule in den USA Menschen außer den Tätern durch Schusswaffen getötet oder verletzt wurden, wie die Webseite everytownresearch.org dokumentiert. Der Angriff auf die Stoneman-Highschool in Parkland ist einer der zehn Amokläufe mit den meisten Toten seit 1949, berichtet CNN. Im Juli 2016 hatte ein Angreifer in Orlando, ebenfalls in Florida, 49 Besucher des Nachtclubs "Pulse" ermordet. Im Oktober 2017 hatte ein bewaffneter Mann in bei einem Konzert in Las Vegas aus dem 32. Stock eines Hotels 58 Menschen getötet. Im November 2017 hatte ein Bewaffneter in einer Kirche in Sutherland Springs, Texas, 26 Gottesdienstbesucher erschossen.

Die Debatte um die lockeren Waffengesetze in den USA wird seit 2012 immer wieder mit neuer Intensität geführt. Damals hatte ein 20-jähriger Bewaffneter im Advent 20 Schulkinder an der Sandy-Hook-Grundschule erschossen und die Debatte neu angefacht. Der US-Kongress konnte sich aber nicht auf schärfere Gesetze einigen. Nach dem Massaker in Las Vegas im vergangenen Oktober wurden allerdings in manchen US-Städten so genannte "bump stocks" verboten. Das sind Schulterstützen für Gewehre, die eine schnellere Schussabgabe ermöglichen. Aber selbst dafür gibt es in den USA keine flächendeckende Regelung, obwohl der Kongress den Vorschlag diskutiert hat. Befürworter des privaten Waffenbesitzes in den USA berufen sich auf den zweiten Zusatzartikel in der US-Verfassung.