UN: 15.500 Zivilisten in Jemens Bürgerkrieg getötet oder verletzt

Im Bürgerkrieg im Jemen sind laut den UN seit März 2015 rund 15.500 Zivilisten getötet oder verletzt worden. Knapp 6.000 von ihnen seien durch Gewalteinwirkung gestorben, rund 9.500 hätten Verwundungen erlitten, teilte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Seid Ra'ad al-Hussein, am Montag in Genf mit. Die Dunkelziffern könnten aber noch wesentlich höher liegen.

Seid forderte die Kriegsparteien auf, die Kämpfe einzustellen und die Bevölkerung zu schonen. Die Gewalt sei in den vergangenen Tagen noch eskaliert, beklagte er. Der aus Jordanien stammende UN-Hochkommissar warf den Huthi-Rebellen vor, mit Geschützen auf Wohngegenden zu feuern. Die von Saudi-Arabien geführte Militär-Koalition, die Jemens Regierung unterstützt, attackiere hingegen zivile Ziele mit der Luftwaffe.

22,2 Millionen der insgesamt 27 Millionen Einwohner des Landes auf der arabischen Halbinsel sind laut den Vereinten Nationen auf humanitäre Hilfe angewiesen. 11,3 Millionen Menschen seien akut vom Tod durch Unterernährung und Krankheiten wie der Cholera bedroht.

Die schiitischen Huthi-Rebellen bekämpfen mit iranischer Hilfe die sunnitisch geprägte Regierung. Der Konflikt gilt als saudisch-iranischer Stellvertreterkrieg.