Berlinale zeigt ab Mitte Februar 385 Filme

Eine Stadt im Filmfieber: In Berlin startet in wenigen Tagen die 68. Berlinale. Das Festival wird mit dem Animationsfilm "Isle of Dogs" von Wes Anderson eröffnet und präsentiert vom 15. bis 25. Februar insgesamt 385 Filme. 24 Beiträge laufen im Wettbewerb, 19 konkurrieren um den Goldenen und die Silbernen Bären, die am 24. Februar vergeben werden. Aus Deutschland sind dabei vier Filme im Rennen. Vorsitzender der internationalen Jury ist der deutsche Regisseur Tom Tykwer.

Mit dem Goldenen Ehrenbären wird der US-Schauspieler Willem Dafoe für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Mit der Berlinale Kamera für besondere Verbundenheit mit dem Festival werden die Schweizerin Beki Probst, der israelische Produzent Katriel Schory und der tschechische Schauspieler Jiri Menzel geehrt.

Im Wettbewerb wird unter anderem Christian Petzolds Verfilmung des Anna-Seghers-Romans "Transit" gezeigt, in dem die Zweite-Weltkriegs-Geschichte über einen vor den Nazis nach Frankreich fliehenden Deutschen in die Gegenwart verlegt wird. "In den Gängen" von Thomas Stuber handelt von der Arbeitswelt im Großmarkt. Philip Gröning zeigt "Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot" über die Hassliebe eines Zwillingspaares. Emily Atefs "3 Tage in Quibéron" schildert Romy Schneiders Interview mit dem Journalisten Michael Jürgs im Jahr 1981.



US-Regisseur Gus Van Sant ist mit "Don't Worry, He Won't Get Far on Foot" über den Zeichner John Callahan vertreten. Benoit Jacquot besetzte seinen im Schneesturm spielenden Psychothriller "Eva" mit Isabelle Huppert. Unter den weiteren Filmen, die um die Bären konkurrieren, sind unter anderem das mexikanische Roadmovie "Museo" mit Gael Garcia Bernal und die iranische Komödie "Khook (Pig)" von Mani Haghighi.

Vor dem Hintergrund der "MeeToo"-Debatte über Sexismus und sexuelle Gewalt werden wichtige Veranstaltungen der Berlinale nach Angaben der Veranstalter aus Wortbeiträgen bestehen. Zudem werde es Beratungsangebote für alle Besucher geben, die Diskriminierung oder Belästigung erlebten oder beobachteten, hieß es. Einige Beiträge seien nicht ins Festivalprogramm aufgenommen worden, weil sie durch das Fehlverhalten Beteiligter belastet seien.

Einen "roten Faden" im Programm gibt es diesmal nach Aussage von Festival-Direktor Dieter Kosslick nicht, aber Schwerpunkte wie Zivilcourage, Künstlerschicksale und Flüchtlingsgeschichten. Für Kosslick ist es die vorletzte Berlinale als Direktor, sein Vertrag endet 2019 nach 18 Jahren.

Prominente Produktionen werden auch im Berlinale Special gezeigt, darunter "The Bookshop" von Isabel Coixet, "The Happy Prince" von Rupert Everett und aus Deutschland "Das schweigende Klassenzimmer" von Lars Kraume.