Präses Kurschus will Kirchentag ohne moralischen Zeigefinger

Westfaelische Präses Annette Kurschus

Foto: epd-bild/Cristian Gennari/Agenzia Siciliani

Westfaelische Präses Annette Kurschus

Die westfälische Präses Annette Kurschus wünscht sich im kommenden Jahr in Dortmund einen Kirchentag ohne moralischen Zeigefinger. Kurschus sagte am Sonntag in ihrer Predigt in der Dortmunder Reinoldikirche, sie wolle einen Kirchentag, "der auch und gerade da, wo er kritisch ist, nicht nörgelt, nicht besser weiß und nicht den moralischen Zeigefinger erhebt, sondern von der Fülle Gottes herkommt und mit ihr der Wirklichkeit zuprostet". Der christliche Glaube habe nicht immer schon kluge Antworten bei sich. "Gerade der Glaube ist oft ein recht wackeliges Unterwegssein, ein zweifelndes Suchen bisweilen."

Viele Gemeinden in der Evangelischen Kirche von Westfalen und ganz Deutschland hatten sich am Sonntag mit Gottesdiensten auf den Kirchentag vom 19. bis 23. Juni 2019 in Dortmund eingestimmt. Thema des Kirchentagssonntags war Psalm 23 "Der Herr ist mein Hirte". Kurschus betonte in ihrer Predigt, auf dem Kirchentag sollten Menschen erfahren, "dass die Güte Gottes nicht rationiert ist und dass an Gottes Tisch niemand zu kurz kommt, weil sich noch andere mit dazu setzen".

Zum Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund, der unter dem Motto "Was für ein Vertrauen" steht, erwarten die Veranstalter bis zu 100.000 Teilnehmer. Nach 1963 und dem Ruhrgebietskirchentag 1991 ist das Protestantentreffen zum dritten Mal in Dortmund zu Gast. Kirchentage werden alle zwei Jahre an wechselnden Orten veranstaltet.