Forscher ergründen Religion als Radikalisierungsfaktor

Muslime im Gebet

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Forscher wollen der Frage nachgehen, ob insbesondere junge Muslime aufgrund ihrer religiösen Orientierung empfänglich für radikale Botschaften sind.

Unter anderem wollen sie den Fragen nachgehen, ob insbesondere junge Muslime aufgrund ihrer religiösen Orientierung empfänglich für radikale Botschaften sind.

Wissenschaftler der Universitäten Osnabrück und Bielefeld wollen den Einfluss von Religiosität auf Radikalisierungsprozesse ergründen. Unter anderem wollen sie den Fragen nachgehen, ob insbesondere junge Muslime aufgrund ihrer religiösen Orientierung empfänglich für radikale Botschaften sind, oder ob eine Radikalisierung mit einer fundierten religiösen Unterweisung verhindert werden kann, teilte die Universität Osnabrück am Donnerstag mit. Gefördert wird das auf zwei Jahre angelegte Vorhaben mit 397.000 Euro vom Bundesfamilienministerium.

"Alle vorliegenden Prozessmodelle beschreiben Radikalisierung als einen zumeist linear verlaufenden Prozess", sagte Michael Kiefer vom Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück. Ein Individuum verändere demnach sukzessiv sein Denken und seine Einstellung, was am Ende zu Gewalt und Terrorismus führen könne. Unstrittig sei allerdings, dass verschiedene Faktoren Einfluss nehmen könnten.

Radikalisierung verlaufe nicht nach einem einfachen Schema oder werde durch einen Generalfaktor Religion erzeugt, ergänzte der Direktor des Instituts für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld, Andreas Zick. "Religion kann eine Bedeutung haben, aber die muss erst einmal wissenschaftlich sorgfältig bestimmt werden." In dem Projekt wollen die Wissenschaftler das Thema unter anderem aus islamwissenschaftlicher, theologischer, erziehungswissenschaftlicher und sozialpsychologischer Perspektive untersuchen.