Zeitung: Diakoniewerk lehnt AfD-Spende für Bedürftige ab

Eine abgelehnte AfD-Spende für Bedürftige sorgt einem Medienbericht zufolge für Kritik an der "Sonneberger Tafel" in Südthüringen. Bereits Anfang Dezember habe der AfD-Bundestagsabgeordnete Anton Friesen dem evangelischen Diakoniewerk Sonneberg, das die Tafel betreibt, in seinem Thüringer Wahlkreis 100 Euro für die Arbeit der Suppenküche gespendet, berichtete die "Bild"-Zeitung.

Drei Tage später habe er das Geld zurückgeschickt bekommen. Zur Begründung zitierte die Zeitung mehrere Vertreter der Tafel und des Diakoniewerks mit den Worten: "Das Menschenbild von Diakonie und Kirche ist nicht mit dem der AfD vereinbar und wir möchten uns klar davon abgrenzen."

Die Ablehnung der Spende stieß auf ein geteiltes Echo: "Als Christ habe ich Respekt vor der Entscheidung der Diakonie in Sonneberg. Die Reaktionen von anderen AfD-Politikern auf die Ablehnung, die Beschimpfungen gegen die Kirche zeigen, dass die Entscheidung der Diakonie richtig war", wird Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) von der Zeitung zitiert.

Kritik kam dagegen der Zeitung zufolge von Diakonie-Präsident Ulrich Lilie: "Von echter Überzeugung getragene Spenden für unsere Arbeit, die sich bedingungslos allen Menschen zuwendet, sind für uns immer Grund zur Freunde."


Auch der frühere DDR-Bürgerrechtler Rainer Eppelmann bezeichnete die Ablehnung der Spende demnach als "ausgesprochen dumm". Hier sei die Chance vertan worden, zumindest mit dem Mann zu reden. Ohne Austausch gehe es nicht. "Der konkrete Mensch, der ja offensichtlich den Wunsch verspürte, den Armen zu helfen, wurde ignoriert, seine Anteilnahme nicht ernst genommen", zitiert die Zeitung den 74-Jährigen.