Bedford-Strohm besorgt über Antisemitismus

Verbrennung einer Israelflagge

Teilnehmer einer Demonstration verbrannten eine selbstgemalte Fahne mit einem Davidstern in Berlin.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, zeigt sich besorgt über die jüngsten antiisraelischen Demonstrationen in Deutschland, bei denen Flaggen mit Davidstern verbrannt und antisemitische Parolen skandiert wurden.

"Es darf in Deutschland kein Wiederaufleben von Antisemitismus geben", sagte Bedford-Strohm der "Passauer Neuen Presse" (Freitag). Hier müsse es "entschiedenen Widerstand und eine breite Debatte" geben.

Die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA sieht der Ratsvorsitzende kritisch. Mit Blick auf den Friedensprozess sei das "ein klarer Rückschritt. Das muss man kritisieren", sagte Bedford-Strohm. "Dennoch darf es kein Anlass für ein Wiedererstarken von Antisemitismus bei uns sein. Der deutliche Widerspruch gegen jede Form von Judenhass ist nicht die Aufgabe einiger weniger, sondern eine Verantwortung für uns alle", mahnte der Theologe.



Demonstrationen unter anderem in Berlin, auf denen aus Protest gegen die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt durch die USA israelische Fahnen verbrannt wurden, hatten zuvor eine neue Debatte um Antisemitismus entfacht. Innenminister de Maizière hatte am Wochenende einen Antisemitismusbeauftragten in der nächsten Bundesregierung gefordert. Der Zentralrat der Juden in Deutschland und Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) unterstützen den Vorstoß.