Freikirchen vermissen Ökumene bei Demokratie-Projekt

Der Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche, Pastor Harald Rückert

Foto: epd-bild/Stephan Wallocha

Der Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche, Pastor Harald Rückert

Nach einer ökumenischen Annäherung der großen Kirchen in Deutschland im zu Ende gehenden Jahr des 500. Reformationsjubiläums kommt aus den Freikirchen Kritik wegen mangelnder Einbindung in große Projekte.

"Mehr oder weniger zufällig" habe er davon erfahren, dass die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Deutsche Bischofskonferenz (DBK) derzeit ein "Gemeinsames Wort zur Demokratie" erarbeiteten, das 2018 erscheinen soll, heißt es in einem Brief des Bischofs der Evangelisch-methodistischen Kirche, Harald Rückert, an die Spitzenrepräsentanten der beiden großen Kirchen. In dem Schreiben, das dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt, äußert Rückert "Befremden" darüber, dass andere Kirchen in Deutschland bislang nicht beteiligt seien.

Rückert verweist auf die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), in der neben EKD und DBK unter anderem auch Methodisten, Baptisten und orthodoxe Kirchen Mitglieder sind. Die Mitglieder der ACK seien mit Engagement dabei, "wenn es gilt, Demokratie zu stärken und zu leben", heißt es in dem Schreiben, das den EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm und den DBK-Vorsitzenden Reinhard Marx am Dienstag erreichen sollte. Rückert schreibt, er bedauere daher, dass es sich beim "Wort zur Demokratie", um ein "bilaterales", evangelisch-katholisches Projekt handele.

Diese Engführung scheine der tatsächlichen ökumenischen Verbundenheit in Deutschland nicht angemessen, schreibt der in diesem Jahr zum Methodisten-Bischof gewählte Theologe weiter: "Wir schulden unserer Zeit und unserer Gesellschaft ein gemeinsames Zeugnis aller Christen." Er bittet Bedford-Strohm und Marx, das Projekt zu öffnen und die anderen ACK-Kirchen zu beteiligen. Zur Evangelisch-methodistischen Kirche zählen bundesweit rund 60.000 Christen.