Glyphosat: Wissenschaftsbehörde warnt vor Diskreditierung

Vor der erneuten Abstimmung bei der EU über eine weitere Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat an diesem Montag warnt der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung, Andreas Hensel, vor einer Diskreditierung der Wissenschaft.

"Wir merken, dass sobald wir eine Bewertung veröffentlichen, die nicht auf die politische Agenda passt, wir öffentlich der Unfähigkeit bezeichnet werden", sagte Hensel dem Berliner "Tagesspiegel" (Montag). "Ich bin deshalb in großer Sorge".

Das Bundesinstitut geht genauso wie die EU-Lebensmittelaufsichtsbehörde und die EU-Chemikalienagentur davon aus, dass Glyphosat nicht krebserregend ist. Die bisherige Zulassung in der EU läuft am 15. Dezember aus, die Mitgliedsländer haben sich bislang nicht auf eine Verlängerung geeinigt. Gegen Glyphosat werden auch mögliche Gesundheitsgefahren angeführt.



Hensel hält das für unbegründet. "In der Wissenschaft ist die Sache glasklar: Glyphosat ist nicht krebserregend", sagte der Wissenschaftler der Zeitung. Dem Institut war zuletzt unterstellt worden, in seinem Gutachten Informationen der Anbieter abgeschrieben zu haben. Hensel hält das für eine Kampagne: "Der Plagiatsvorwurf ist erfunden und haltlos", sagte der Behördenchef. "Aber wir können doch nicht einen Stoff für gesundheitlich problematisch erklären, der in Wirklichkeit unbedenklich ist, nur, weil das bestimmten Kreisen in den Kram passt."