Experten beraten über Schimmelbefall an Orgeln

Bei Schimmelbefall in Wohnräumen weiß man mittlerweile, was zu tun ist - bei Orgeln sieht das schon wieder deutlich komplizierter aus.

Der Klimawandel und ein verändertes Nutzungsverhalten in den Kirchen führen in Mitteldeutschland zu einem vermehrten Schimmelbefall an Orgeln. Allerdings gingen von den Mikroben keine generellen Gesundheitsgefährdungen aus, hieß es am Montag auf einem Kolloquium "Ursachen des Schimmelbefalls an Orgeln" der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) in Erfurt. Im Evangelischen Augustinerkloster der Landeshauptstadt beraten noch bis diesen Dienstag Experten der Denkmalpflege, Mikrobiologen, Organisten, Bauphysiker und andere Fachleute aus ganz Deutschland die Ergebnisse des seit 2014 laufenden Forschungsprojektes.

Die Orgel gilt als Mutter aller Tasteninstrumente, ist aber auch ein Blasinstrument. Wie das funktioniert, erklärt der Landeskirchenmusikdirektor der Evangelisch-reformierten Kirche, Winfried Dahlke.

Über den Zustand von 400 der insgesamt 3.996 Orgeln auf dem Gebiet der EKM - im Kern Thüringen und Sachsen-Anhalt - hatten zuvor etwa 400 Kirchgemeinden über eine Online-Befragung informiert, sagte der Orgelreferent der Kirche Christoph Zimmermann. Etwa 50 der zum Teil sehr alten und aus berühmten Werkstätten wie Silbermann oder Ladegast stammenden Instrumente seien anschließend näher untersucht worden, davon 19 besonders intensiv.

In einem weiteren Forschungsprojekt sollen nun Handlungsempfehlungen für die Kirchgemeinden entwickelt werden, sagte der Finanzdezernent der EKM, Stefan Große. Er hoffe, dass sich daran auch die bisherigen Partner wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung sowie das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie weiter beteiligten. Insgesamt wurden nach seinen Angaben bisher 260.000 Euro für die Erforschung des Schimmelbefalls an den Orgeln ausgegeben.