Beck warnt vor Anerkennung von Islamverbänden

Statt Einfluss aus dem Ausland wünscht sich Volker Beck für junge Muslime etwas Anderes.

Foto: dpa/Wolfgang Kumm

Statt Einfluss aus dem Ausland wünscht sich Volker Beck für junge Muslime etwas Anderes.

Bisher gibt es keine in Deutschland anerkannten islamischen Religionsgemeinschaften. Und wenn es nach Volker Beck ginge, würde es auch so bleiben: statt Einfluss aus dem Ausland wünscht er sich für junge Muslime etwas Anderes.

Der Grünen-Politiker Volker Beck warnt vor einer Anerkennung islamischer Verbände als Religionsgemeinschaften in Deutschland. "Das Gericht muss einer Organisation, die von ausländischen Parteien oder Regierungen gesteuert wird, die Anerkennung als Religionsgemeinschaft versagen", sagte Beck dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Mittwoch). Ansonsten würde einer neuen Generation junger Muslime in Deutschland die Möglichkeit verbaut, eine eigenständige Organisationsform für einen "deutschen Islam" aufzubauen.

"Bekämen die Verbände den Status einer Religionsgemeinschaft, würden diese in ihrem Bestand gefestigt, der staatliche Einfluss aus dem Ausland würde dauerhaft gesichert", warnte Beck, der seit seinem Ausscheiden aus dem Bundestag als Lehrbeauftragter am Centrum für religionswissenschaftliche Studien (Ceres) der Ruhr-Universität Bochum tätig ist. Beck sprach mit Blick auf die Verhandlung des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen in Münster am Donnerstag von einem "Showdown" der Religionspolitik in Deutschland.

Hintergrund ist eine Klage des Zentralrats der Muslime und des Islamrats, dem unter anderem der türkisch geprägte Verband Milli Görüs angehört. Die Verbände fordern eine Einführung von islamischem Religionsunterricht als ordentliches Schulfach in NRW. Sie argumentieren, dass sie das Recht haben, eine Einführung zu verlangen, weil sie Religionsgemeinschaften im Sinne des Grundgesetzes seien.

Nordrhein-Westfalen hatte den islamischen Religionsunterricht bereits im Jahr 2012 eingeführt. Da es bisher keine anerkannten islamischen Religionsgemeinschaften gibt, berät ein achtköpfiger Beirat das Schulministerium zu den Inhalten des Unterrichts. Dem Gremium gehören neben Vertretern von vier Islamverbänden auch Experten an, darunter der Münsteraner Professor für islamische Religionspädagogik, Mouhanad Khorchide. Der Beirat handelt damit analog zu den christlichen Kirchen für den katholischen und evangelischen Religionsunterricht. Das Beiratsmodell ist mit dem Schulgesetz bis 2019 befristet.