Barley begrüßt neue Debatte über Sexismus

Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) hat die neu entfachte Debatte über Sexismus in der Gesellschaft begrüßt. "Sexismus ist Alltag, in der einen Branche mehr als in der anderen" sagte die Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag).

"Deshalb ist die Debatte, die durch #MeToo ausgelöst wurde, immens wichtig. Andererseits finde ich es auch frustrierend, weil wir das Thema Sexismus immer wieder diskutieren und sich nicht viel ändert."

Die Ministerin forderte härtere Gesetze. "Was körperliche Übergriffe angeht, wie Hand aufs Knie legen, sollten wir juristisch schärfer werden", sagte sie. Barley betonte, bei Sexismus gehe es nicht ums Flirten, sondern immer um Macht. Daher müsse sich das "Machtgefälle zwischen den Geschlechtern" in Deutschland ändern. "Das hat auch etwas mit fehlender Lohngerechtigkeit zu tun, mit dem Frauenanteil in den Parlamenten, mit einem Frauenanteil in Führungspositionen in Unternehmen", sagte sie. "All das muss kommen, damit sich die gönnerhafte, anmaßende, abwertende, übergriffige Einstellung vieler Männer ändert."



Nach dem Weinstein-Skandal in den USA haben sich immer mehr Frauen zu Wort gemeldet, die über sexuelle Belästigungen berichten. Der Hollywood-Produzent Harvey Weinstein soll über Jahre Frauen sexuell belästigt haben. Unter dem Hashtag #MeToo berichten Frauen auf Twitter über ihre Erfahrungen zum Thema Sexismus und sexuelle Gewalt.