ZdK-Präsident kann sich islamischen Feiertag vorstellen

islamische Feiertage

Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Bundesinnenminister Thomas de Maizière bei einem Besuch der Moschee Eyüp Sultan Camii in Ronnenberg in der Region Hannover.

Die Debatte um einen Feiertag für Muslime in Teilen Deutschlands reißt nicht ab. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, unterstützt die Idee von Bundesinnenminister de Maizière. Eine Mehrheit der Deutschen nicht.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, unterstützt die Idee von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), in Deutschland regional islamische Feiertage einzuführen. "Wo es einen nennenswerten Anteil an Muslimen gibt, sollte man auch deren Festkultur zur Kenntnis nehmen", sagte Sternberg der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag). Für die meisten Bundesbürger indes ist ein islamischer Feiertag schwer denkbar.

Sieben von zehn Befragten (70,1 Prozent) sprachen sich in einer von der "Bild"-Zeitung (Dienstag) in Auftrag gegebenen Umfrage dagegen aus. Nur jeder 13. Bundesbürger (7,8 Prozent) befürwortet die gesetzliche Einführung von Feiertagen für Muslime, wie die Umfrage des Instituts Insa ergab. Insa hat vom 13. bis zum 16. Oktober 2.011 Bürger befragt.

Bundesinnenminister de Maizière hatte vor rund einer Woche bei einer Parteiveranstaltung der CDU im niedersächsischen Wolfenbüttel gesagt, man könne über einzelne muslimische Feiertage in bestimmten Regionen reden und auf den Feiertag Allerheiligen am 1. November verwiesen, der nur in katholisch geprägten Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag ist. Grundsätzlich seien die Feiertage in Deutschland aber christlich geprägt.

"Große Sorge ist die immer geringere Vertrautheit mit dem Inhalt dieser Feste, sei es nun Christi Himmelfahrt oder Pfingsten"

ZdK-Präsident Sternberg sagte der "Passauer Neuen Presse": "In einer multireligiösen Gesellschaft kann in Gegenden mit hohem Anteil an frommen Muslimen ein islamischer Feiertag hinzukommen, ohne dass die christliche Tradition unseres Landes verraten würde." Das erfolge viel eher durch die Umgestaltung des Nikolaus zum Weihnachtsmann. Der Festkalender sei "weder museal noch eine bloße Abfolge arbeitsfreier Tage, sondern Zeichen des Reichtums europäischer Traditionen", begründete der Präsident der katholischen Laienorganisation seine Position.

Christliche Feiertage seien als staatliche Feiertage "Ausdruck der Verbundenheit unserer Gesellschaft mit der christlichen Tradition". Das würde jedoch weniger durch eine Einführung eines muslimischen Feiertages gefährdet, sondern dadurch, dass immer weniger Menschen etwas mit den Tagen anfangen könnten. "Eine große Sorge ist die immer geringere Vertrautheit mit dem Inhalt dieser Feste, sei es nun Christi Himmelfahrt oder Pfingsten", sagte der ZdK-Präsident.