Verbände werben für bessere Palliativversorgung

Alte Frau liegt im Bett im Krankenhaus. Krankenpfleger steht im Vordergrund.

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Die Diakonie und die Deutsche Stiftung Patientenschutz haben die künftige Bundesregierung aufgerufen, die palliative Versorgung schwerstkranker Menschen schnellstmöglich weiterzuentwickeln.

"Ältere Menschen müssen sich darauf verlassen können, in der Sterbephase fachlich kompetent versorgt, liebevoll umsorgt und menschlich gut begleitet zu sein", sagte Diakoniepräsident Ulrich Lilie am Freitag in Berlin aus Anlass des Welthospiztages am 14. Oktober. Er verwies auf Mängel in der Sterbebegleitung in Pflegeheimen. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz mahnte Verbesserungen in der Hospizversorgung an.

Lilie betonte, die Versorgung hochbetagter sterbender Menschen in Heimen müsse weiter verbessert werden. "Es sterben weitaus mehr Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen als in den Hospizen. Auch in der eigenen Wohnung können sie oft nicht ausreichend versorgt werden. Daher kommt den stationären Altenpflegeeinrichtungen als Sterbeort eine hohe Bedeutung zu", so Lilie.

Auch in den Pflegeeinrichtungen müssten Menschen "spüren, dass sie nicht alleine sind und dass sich Menschen um sie kümmern", sagte Lilie. Dazu werde auch mehr Personal benötigt, das angesichts des Fachkräftemangels nicht immer einfach zu finden sei.

Dramatische Unterversorgung von Pflegebedürftigen und Sterbenden

Die Stiftung Patientenschutz forderte von der künftigen Bundesregierung einen verbindlichen Fahrplan für eine bessere schmerzmedizinische Versorgung und Hospiz-Betreuung schwerstkranker Menschen. Von den etwa 925.000 Menschen, die jährlich in Deutschland sterben, würden in ihrer letzten Lebensphase nur die wenigsten von spezialisierten Pflegekräften, niedergelassenen Palliativärzten oder ehrenamtlichen Hospizhelfern betreut und versorgt, teilte die Stiftung in Dortmund mit. Der Welthospiztag müsse deshalb ein "Weckruf" an die Politik sein, sagte der Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch.

"Für 96 Prozent der Sterbenden in einer Klinik gibt es keine Gewähr, dass in den Sterbestunden eine Fachkraft zur Seite steht", kritisierte Brysch. Noch dramatischer sei die Situation für die jährlich 345.000 Sterbenden in Pflegeheimen. Dort sei das Missverhältnis von Pflegekraft zu Bewohnern noch größer.